MVG-Machbarkeitsstudie: U6 nach Neufahrn?

Tellerrand Von: Daniel Schuhmann

Die Idee ist nicht neu: Die U6, die mittlerweile bis zum Garchinger Forschungszentrum fährt, könnte als Flughafenzubringer nach Neufahrn – hier besteht Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn-Linie 1 – verlängert werden. Durch das Ende des Transrapid wurde die Idee von den Medien aufgewärmt, doch um einen Transrapid-Ersatz geht es bei dieser Option, die schon bei der Verlängerung der U6 nach Garching baulich offen gehalten wurde, gar nicht.

Auch die MVG stellt es klar: Bei der möglichen Verlängerung der U6 nach Neufahrn handelt es sich nicht um einen Ersatz für die S-Bahn aus der Stadtmitte zum Flughafen. Vielmehr stellt sie eine ergänzende Verbindung sowohl aus Garching als auch aus dem Münchner Norden dar.

Die Machbarkeitsstudie von Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner der BPR-Gruppe kam zum Ergebnis, dass eine solche Verbindung realisierbar wäre. Hierbei wurden drei verschiedene Varianten mit jeweils zweigleisigem Trassenverlauf untersucht. Es wäre bei einem 20-Minuten-Takt auch möglich, eine Teilstrecke eingleisig zu führen.

Bei allen drei Varianten beginnt die Verlängerung unterirdisch am bereits bestehenden Bahnhof Garching-Forschungszentrum und verläuft etwa 400 Meter in nördlicher Richtung, um dann in nordwestlicher Richtung die B11 zu unterqueren. Anschließend wird die Strecke an die Oberfläche geführt.

Die drei Varianten haben eine Streckenlänge zwischen 6,8 km und 7,6 km. Der Endbahnhof in Neufahrn liegt bei zwei Varianten unterirdisch, bei der Trassenvariante „West“ hingegen oberirdisch und parallel zu den bereits bestehenden S-Bahn-Gleisen (siehe Skizze oben). Hierbei ist die Länge der Strecke 7,1 km, wobei diese über 2,3 km eingleisig geführt würde.

Fahrzeiten

Ohne einen Zwischenhalt und bei einer maximalen Geschwindigkeit von 80 km/h, wie sie heute bei der U-Bahn üblich ist, würde die Fahrzeit zwischen Garching-Forschungszentrum und Neufahrn etwa 6 Minuten betragen. Mit der Buslinie 690 ist man heute mindestens doppelt so lange unterwegs.

Auch für die nördlichen Stadtteile in München würden sich deutliche Verbesserungen ergeben. So liegt die Fahrzeit vom Bahnhof Fröttmaning zum Flughafen heute bei 52 Minuten. Mit einer Verlängerung der U6 wäre die gleiche Strecke in 30 Minuten zu bewältigen.

Selbst ab der Münchner Freiheit wäre noch eine Beschleunigung möglich: Statt bisher 46 Minuten würde man über Neufahrn etwa 40 Minuten brauchen.

Zwar würde sich die Verbindung vom Stadtzentrum in München nicht verbessern, der Münchner Norden und erst Recht die Stadt Garching könnten von einer solchen Verbindung profitieren.

Kosten des Projektes

Die Baukosten werden auf 150 Mio. Euro (Planungsvariante West) bis 260 Mio. Euro (Planungsvariante Mitte, zweigleisige Strecke und zusätzlicher Haltepunkt) geschätzt.

Die Machbarkeitsstudie ist jedoch nur der erste Schritt zur Prüfung einer solchen Idee und sagt weder etwas über den volkswirtschaftlichen Nutzen, noch über die betriebswirtschaftlichen Bedingungen aus.

Weitere Informationen sind bei der Münchner Verkehrsgesellschaft verfügbar.

Boris Merath hat die Präsentation der Machbarkeitsstudie besucht und berichtet auf der Webseite Muenchnerubahn.de ausführlich. 


Ein Kommentar zu “MVG-Machbarkeitsstudie: U6 nach Neufahrn?”

  1. Marcel sagt:

    ich würde es gut finden

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