IsarCard S: Das Sozialticket für München

Neubaustrecken, Tarif, Wissenswertes Von: Daniel Schuhmann

Seit heute gibt es in München die IsarCard S, ein Sozialticket für hilfebedürftige Menschen. Diese erhalten Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe, aber auch Grundwehrdienst- und Zivildienstleistende sowie Teilnehmer des »freiwilligen sozialen Jahres«. Es handelt sich bei der IsarCard S um eine persönliche Monatskarte, die sich an der IsarCard9Uhr (früher »Grüne Karte«) orientiert: Montags bis Freitags besteht eine Sperrzeit zwischen 6 Uhr und 9 Uhr.

MVG-Geschäftsführer König und Bürgermeisterin Strobl präsentieren das Sozialticket IsarCard S (Bild: Sozialreferat München)

MVG-Geschäftsführer König und Bürgermeisterin Strobl präsentieren das Sozialticket IsarCard S (Bild: Sozialreferat München)

Die IsarCard S kostet für den Innenraum knapp die Hälfte einer IsarCard9Uhr und ist für 22,90 Euro zu haben. Die Nutzung des Gesamtnetzes ist für 38,60 Euro möglich. Der günstige Preis ist durch eine Subvention der Landeshauptstadt München möglich: Diese beteiligt sich mit 5,5 Millionen Euro im Jahr an den Kosten. Vorangegangen war eine Marktuntersuchung von infas: Demnach werden 250.000 IsarCard S-Monatskarten für den Innenraum und etwa 72.000 Karten für das Gesamtnetz gekauft.

Wichtig für Bügermeisterin Christine Strobl: »Die IsarCard S ist eine von vielen Maßnahmen bei der Bekämpfung von Einkommensarmut. Die IsarCard S sieht wie ein normales Zeitkarten-Ticket aus und kann am Automaten oder anderen Verkaufsstellen gekauft werden, so dass die Berechtigten nicht als Hilfebedürftige identifiziert werden.« Nicht weniger als 85.000 Menschen beziehen in München die Leistungen Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe.

Wie kann ich die IsarCard S kaufen?

Die IsarCard S kann nur mit einem gültigen München-Pass (PDF) erworben werden, dieser ist im Sozialbürgerhaus (SBH) erhältlich und ermöglicht zudem ermäßigten Eintritt in Museen, Sportstätten und Schwimmbäder. Auf dem München-Pass ist eine fünfstellige Kontrollnummer eingetragen, die beim Kauf der IsarCard S am Automaten eingegeben werden muss — im personalbedienten Verkauf (Kioske, MVG-Kundencenter, DB-Reisezentren) muss die Nummer dem Verkäufer mitgeteilt werden.

Einzeltageskarten weiterhin erhältlich

Die vergünstigten Einzeltageskarten sollten ursprünglich mit der Schaffung der IsarCard S eingestellt werden. Der Sozialausschuss hatte jedoch am 26. März beschlossen, dass diese weiterhin verkauft werden — zunächst beschränkt auf 6 Monate. Wie bisher sind diese in allen Sozialbürgerhäusern erhältlich.

Wo ist die IsarCard S erhältlich?

Seit 1. April können berechtigte die IsarCard S über die üblichen Vertriebswege der MVV-Tickets erwerben:

  • MVG-Zeitkartenautomaten (viele U-Bahn-Stationen, Zahlung nur mit Geldkarte oder EC-Karte)
  • Fahrkartenautomaten an S-Bahn-Stationen
  • MVG-Kundencenter und private Verkaufsstellen wie U-Bahn-Kioske
  • Personalbediente DB-Verkaufsstellen (zum Beispiel Reisezentren)
  • Private MVV-Verkaufsstellen der Deutschen Bahn (beispielsweise in DB Service Stores)
  • MVV-Regionalbusse mit elektronischen Fahrscheindruckern
  • Verkaufsstellen der Vogtlandbahn/Alex
  • Verkaufsstellen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB)

4 Kommentare zu “IsarCard S: Das Sozialticket für München”

  1. Erika Pfaff sagt:

    Die neue Isar-Card war schon längst überfällig.
    Sie hat aber einen großen Mangel.
    Die Gültigkeit ist erst ab 9 Uhr werktags.
    Meine Betreuten, die aus sozialhilferechtlicher Sicht Anspruch auf diese Karte hätten, beginnen aber um 8.00 Uhr in der Beschäftigungstherapie und können diese Karte überhaupt nicht nutzen.
    Da gibt es etwas nach zu bessern.

  2. Claudia R sagt:

    Ich schließe mich dem an. Alle Maßnahmen und Arztbesuche, Therapien beginnen vor oder um 9Uhr, weshalb ich teils auch Karten nachkaufen muss.
    Einen kleinen Aufschlag für vor neun Uhr Fahrer würde ich begrüßen, denn dann könnte ich diese Karte trotzdem finanzieren und nutzen.

  3. Susanne F. sagt:

    Wer im Landkreis München wohnt und auch den MVV benutzen muss, hat keinen Anspruch auf das Sozailticket und muss weiterhin die mehr als doppelt so teure Isarcard 9 Uhr kaufen.
    Ich wohne in Neuried, meine U-Bahn-Station ist trotzdem auch Fürstenried West. Bloß weil ich also hundert Meter zu weit westlich wohne, bekomme ich kein Sozialticket, Sozialhilfe hin oder her!
    (Ich kann aber auf die Gemeinde gehen und, wenn ich den Grund für meine Fahrt ausreichend plausibel rechtfertigen kann, ein Einzelticket bekommen. Das ist beschämend, für mich und für Stadt/Land München!!!

  4. Bernhard Staudigl sagt:

    Mein kommentar, eine mogelpackung mehr.
    Ich habe mich seit einführung des Tickets mehrfach darum bemüht.Ich erhalte seit 2006 EU-Rente kein geheimnis runde 700€ monatlich.Nach berechnungen beim Sozialbürgerhaus liege ich mit 6€ über der Einkommensgrenze somit sind dem Sachbearbeiter die Hände gebunden.Meine Monatsmiete beträgt 350€ der rest bleibt mir auch nicht zu mleben wie jeder weis, Strom Telefon internet GEZ etc.
    Nun aufgrund der Verweigerung durch das Sozihaus habe ich seit einführung diverse Bußgeld bescheide des MVV erhalten,ohne Fahrkarte angetroffen.Auch wird am 11.okt eine Weitere Verhandlung bei Gericht sein da ich nun 600€ Strafgeld Zahlen soll.Damit nicht genug meinerseits läuft seit geraumer Zeit eine Klage gegen das Sozialbhaus auf ausstellung eines München Passes sowie der Übernahme der bishierhin entstanden en Bußgeldforderungen,des weiteren erwäge ich eine Klage auf Schmerzensgeld etc.
    Hierzu suche ich nach einem adequaten Rechtsanwalt,da die KLage bereits beim Landgericht München liegt und dort Anwaltspflicht besteht.Über Prozesskostenhilfe Wird der Anwalt Bezahlt.
    Ich stelle fest ein Sozialhilfeträger verlangt von all seinen Klientel flexibilität Vernunftgesteurte Entscheidungen etc.droht mit sanktionen bei nicht erfüllung selbst ist ein Sozialhilfeträger jedoch nicht bereit sich auch nur einen einzigen millimeter zu bewegen selbst wenn er es kann.
    Ich Frage mich hier 6€ übersteigendes Einkommen, machen mich nicht automatisch zu einem Reichen Mann. Das kann normalerweise jeder nachvollziehen.Das amt kann das bisheute nicht wir werden Sehn.
    Ich werde diese Klage nötigenfalls bis ans Bundessozailgericht gehen lassen.
    Und zwar auch aus prinzip, eine möchte ich gerne noch erleben das auch ein sozailhilfeträger einsicht und beweglichkeit demonstriert, und dies nicht nur von seinen Schutzbefohlenen unter Strafandrohung einfordert.

    Gute Nacht Deutschland (München)

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