Fahrt mit Mopsgeschwindigkeit!

Bilder, Tellerrand Von: Daniel Schuhmann

Bei der Vorstellung des Fugger-Express in Augsburg am 18. Juli 2008 war die Deutsche Bahn noch euphorisch: Der Zug sollte in dichtem Takt die Städte München, Augsburg, Ulm und Donauwörth verbinden. Doch die Zulassung der Coradia-Continental-Züge von Alstom, bei der Deutschen Bahn als Baureihe 440 eingegliedert, ließ auf sich warten.

440 515 wartet in Donauwörth auf die Abfahrt nach Augsburg

440 515 wartet in Donauwörth auf die Abfahrt nach Augsburg

Doch auch ohne überhaupt gefahren zu sein, hatte der Zug seinen Spitznamen schon weg: Der »Mops« fällt besonders durch seine flache Front auf. Inzwischen sind die Züge bereits recht zahlreich zwischen Donauwörth und Augsburg unterwegs, auch nach München traut sich der eine oder andere Kurs. Grund genug, einmal in den Zügen Platz zu nehmen und eine Probefahrt zu machen: Mit Mopsgeschwindigkeit!

Einen hellen und freundlichen Eindruck macht das Fahrzeug beim Betreten. Es dominieren die bei DB Regio typischen Farben grau/weiß und blau. Weiche Sitze wie im legendären Bm-Schnellzugwagen sucht man zwar vergebens, doch ein höherer Komfort als bei den 423-Triebwagen der Münchner S-Bahn wird allemal erzielt.

Innenraum in der 2. Klasse

Innenraum in der 2. Klasse

In der ersten Klasse dominieren luxuriöse Kopfstützen, zudem lassen sich die Sitze verstellen. Sehr viel bequemer als in der zweiten Klasse sitzt man hier aber nicht, hier zeigen die neuen Doppelstockwagen der Südostbayernbahn, dass es besser geht. Auffällig sind stattdessen die großen Tische sowie Steckdosen, die so manchen entladenen Notebook- oder Handyakku wieder fit machen können.

Sitzgruppe in der 1. Klasse mit Tisch und Steckdosen

Sitzgruppe in der 1. Klasse mit Tisch und Steckdosen

Die zwei Toiletten entsprechen den in den LINT-Zügen eingebauten Modellen und sind geräumig. Nachteilig ist hier lediglich der Verrieglungsmechanismus, der sehr schwergängig ist.

Überzeugen kann der Zug vor allem durch seine hohe Beschleunigung — und das Fahrgeräusch: Untypisch für einen Triebwagen sind die Umrichter- und Motorengeräusche sehr leise, es dominiert bei hohen Geschwindigkeiten das Rollgeräusch. Auch die Vibrationen — besonders bekannt von der Baureihe 425 — halten sich stark in Grenzen. Die Fahrweise ist ruhig und angenehm und auch beim Bremsen bleibt der Triebzug angenehm leise.

Zielanzeige

Zielanzeige

Die Zielanzeige ist gut lesbar und wurde sauber in das Fahrzeugkonzept integriert, wodurch sie nicht nach einer »Bastellösung« aussieht, wie in den Münchner S-Bahn-Zügen. Lediglich in den Abteilen an der Spitze und am Schluss des Zuges wirkt die Zielanzeige etwas deplatziert.

1. Klasse-Abteil an der Spitze des Zuges

1. Klasse-Abteil an der Spitze des Zuges

Viele Notsprechstellen sind im Zug verteilt und nicht nur in der Nähe der Türen, sondern auch im Sitzbereich angeordnet und ermöglichen so im Notfall eine Kommunikation mit dem Lokführer.

Notsprechstelle im 440

Notsprechstelle im 440


2 Kommentare zu “Fahrt mit Mopsgeschwindigkeit!”

  1. Nietenzähler sagt:

    Wenn’s jetzt das Kistel… äh… den Mops noch in schön gäbe, könnte man fast damit leben… Bis dahin freu‘ ich mich, dass es bei uns allerlei DoStos mit 111/146er gibt, die fahren immerhin… 😉

  2. Christian sagt:

    Na dann hoffen wir mal das die Notsprechstellen nicht mißbraucht werden… und darauf das der Zug fröhlich seine Runden dreht.

© 2008 - 2015 Tramgeschichten, Impressum, Theme & Icons von N.Design Studio und Freepik
Artikel RSS Kommentare RSS Anmelden