Verkehrsunfall in der Orleansstraße

Bilder, Störungen, Umleitungen Von: Daniel Schuhmann

Ein 61-jähriger Autofahrer fährt in der Orleansstraße stadteinwärts und möchte wenden. Die Gleistrasse ist fast komplett durch die »Stuttgarter Schwelle«, einen abgesetzten Bordstein, von der Straße abgegrenzt, doch kurz vor dem Ostbahnhof ist eine Lücke: Der Autofahrer will abbiegen, übersieht aber den herrannahenden Straßenbahnzug vom Typ R2.2 nach Pasing, es kommt zur Kollision.

Blick auf die Unfallstelle, der Unfallwagen wurde bereits geborgen

Blick auf die Unfallstelle, der Unfallwagen wurde bereits geborgen

Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Fahrer in seinem Wagen eingeschlossen war und sich nicht selbst befreien konnte. Mit hydraulischem Rettungsgerät öffneten Einsatzkräfte der Feuerwache Ramersdorf die Tür des Opel. Ein Notarzt versorgte den mittelschwer verletzten Mann und brachte ihn ins Krankenhaus.

Auch eine 68-jährige Frau in der Trambahn wurde verletzt: Durch den Aufprall stürzte sie und erlitt ein Schleudertrauma.

Der demolierte Opel, die Fahrertür wurde von der Feuerwehr entfernt

Der demolierte Opel, die Fahrertür wurde von der Feuerwehr entfernt

Die Schäden an der Trambahn sind rein optisch eher gering

Die Schäden an der Trambahn sind rein optisch eher gering

Beschädigungen an der »Stuttgarter Schwelle«

Beschädigungen an der »Stuttgarter Schwelle«

Nach Ende der Aufräumarbeiten rückt der Wagen in den Betriebshof ein

Nach Ende der Aufräumarbeiten rückt der Wagen in den Betriebshof ein

Streckensperrung und Ersatzverkehr

Gewöhnlich hat eine Streckensperrung im Bereich der Orleansstraße keine allzu großen Auswirkungen auf den Trambahnverkehr, da die Züge über die Betriebsstrecke in der Grillparzerstraße umgeleitet werden können. Aufgrund von Bauarbeiten kann diese Umfahrungsmöglichkeit jedoch zur Zeit nicht genutzt werden. Die Linie 19 wurde daher geteilt: Die Züge aus Pasing wendeten am Max-Weber-Platz, die Züge von der St.-Veit-Straße am Haidenauplatz. Zwischen Max-Weber-Platz und Ostbahnhof konnte die U-Bahn-Linie U5 genutzt werden, zum Haidenauplatz waren Taxis im Schienenersatzverkehr im Einsatz.

Endstation Max-Weber-Platz: Die Fahrgäste werden auf Taxis im SEV verwiesen

Endstation Max-Weber-Platz: Die Fahrgäste werden auf Taxis im SEV verwiesen

Ein nahezu zeitgleicher Feuerwehreinsatz auf der U-Bahn-Linie U4 sorgte auch für Auswirkungen auf der U5, so dass die Taxis nach kurzer Zeit auf der gesamten Strecke bis zum Max-Weber-Platz eingesetzt wurden.

Kurz darauf erreicht ein Taxi den Johannisplatz

Kurz darauf erreicht ein Taxi den Johannisplatz

SEV-Taxi am Max-Weber-Platz

SEV-Taxi am Max-Weber-Platz

Der Ersatzverkehr klappte sehr gut: Die Wartezeiten waren sehr kurz, die Fahrer wussten bestens über die Störung bescheid und gaben gerne Auskünfte zum schnellen Weiterkommen. Auch die Reaktionen der Fahrgäste auf den Taxieinsatz waren durchweg positiv.

Anzeige der DFI am Ostbahnhof, die Fahrgäste wurden zudem über Lautsprecherdurchsagen informiert

Anzeige der DFI am Ostbahnhof, die Fahrgäste wurden zudem über Lautsprecherdurchsagen informiert

Weitere Informationen finden sich im Einsatzbericht der Münchner Feuerwehr.


10 Kommentare zu “Verkehrsunfall in der Orleansstraße”

  1. Stadtneurotiker sagt:

    „Stuttgarter Schwelle“ – wieder was gelernt. Sprache ist einfach etwas sehr schönes!

  2. TramPolin sagt:

    Sehr aufwändig gemacht, danke, viel besser als in jeder Zeitung 🙂

  3. Stuttgarter Schwelle « Ansichten aus dem Millionendorf sagt:

    […] Für Autofahrer wird sie als Alliteration verständlicher, nämlich als Stuttgarter Stolperstein… […]

  4. TramPolin sagt:

    Stuttgarter Schwelle: Ja echt Wahnsinn, was alles einen eigenen Namen hat. Irgendwann kriegt auch der Prügel, der am Förderband die Waren eines Kunden von den Waren eines anderen Kunden trennt – angeblich einer der wenigen Gegenstände ohne Namen (als Hilfsname verwende ich mal „Warentrenner“) – einen eigenen Namen. 🙂

  5. Dominik H. sagt:

    Arrrrgh, und wieder hab ichs nicht miterlebt mit TAXI-SEV

  6. Michi G. sagt:

    Eine typische Stelle, immer wieder gerne für Schnellbremsungen genommen. Und hin und wieder reichts halt dann nimmer um „grade noch“ zum Stehen zu kommen…

  7. Marcel sagt:

    ich war im nachfolgendem kurs war sch**e wagen wird in der ständlerstraße repariert

  8. Toni sagt:

    Wg. 2113 fährt schon wieder hab ihn gestern gesehen

  9. Alexander sagt:

    Dieses Gefährt aus dem Mittelalter (Straßenbahn) hat ja auch einen Bremsweg wie ein 60Tonner LKW und kann nie ausweichen!! Was da jährlich für Unfälle auch mit Radfahrern und Kinder passieren!
    Na jetzt wird ja „zum Glück“ die ganze Stadt aufgegraben und SCHIENEN neu verlegt und hübsche Stromleitungen zwischen den Häusern gespannt. Unter dem Rot-Grünen Deckmantel der Umweltverträglichkeit!
    So eine Verbrennung von Steuergeldern! Davon könnte man z.B. 100x das Problem der Kinderbetreuung lösen, wahrscheinlich sogar kostenlos anbieten. So viel Geld wird jährlich in die Straßenbahn- wartung, Schienenreinigung,- verwaltung,-…. verblasen!! (3stelliger Mio. Betrag)
    Wir sind echt ein High-Tech Land!
    Mein Tipp: Pferdekutsche…

  10. Sam sagt:

    @ Alexander:

    Das was Sie hier schreiben, ist nicht nur unsachlich, sondern schlichtweg falsch!
    Wenn es Unfälle mit Fußgängern oder Radfahrern gibt (was unbestritten manchmal passiert), dann liegt die Schuld gewöhnlich bei denen.
    Wenn sich diese Verkehrsteilnehmer unvorsichtig oder regelwidrig verhalten, hat dies nichts mit der Sicherheit der Tram zu tun.
    Zum Thema Umweltverträglichkeit:
    Das die Tram ein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist, ist ja wohl unbestritten und außerdem werden beim Straßenbau weit mehr Straßen „aufgegraben“.

    Ihre Rechnung zu den Kosten der Tram ist einfach falsch. Erstens interessiert es mich, wie Sie mit einem 3stelligen Millionenbetrag die Kinderbetreuung in der Stadt München finanzieren wollen, zweitens bewegen sich die Ausgaben für die Instandhaltung der Tram in weit geringeren Höhen.

    Und für Sie, Alexander, ein abschließender Tipp:

    Steigen Sie doch auf die Pferdekutsche um und gehen Sie damit mit gutem Beispiel voran.

    MfG,

    Sam

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