Gleisbaustellen in den Sommerferien

Bilder, Fahrplan, Betrieb, Störungen, Umleitungen Von: Daniel Schuhmann

Neu geknüpfte Linien, nicht bediente Haltestellen, Schienenersatzverkehr — das war das Thema der heutigen Pressekonferenz, zu der Michael Richarz (MVG-Geschäftsführer und Ressortleiter Schiene) sowie Thomas Badalec (Tram-Fachmann im Betriebsleiterbüro) einluden.

Michael Richarz und Thomas Badalec erläutern das Tramnetz in den Sommerferien

Michael Richarz und Thomas Badalec erläutern das Tramnetz in den Sommerferien (Bild: Samuel Muth)

Gebaut wird am Max-Weber-Platz, am Isartor und am Karlsplatz (Stachus). Lediglich vier Trambahnlinien fahren auf dem regulären Linienweg, die anderen Linien werden durch Baustellenlinien neu verknüpft, durch Busse ersetzt oder komplett eingestellt.

Die Fahrgäste müssen sich hierbei neu orientieren, denn durch die Baustellenlinien ergeben sich komplett neue Linienverläufe. Alle Baustellentrambahnen mit anderem Linienweg haben eine mit 30 beginnende Nummer, so dass für die Kunden ein geänderter Linienverlauf deutlich wird.

Thomas Badalec zeigt das Baustellenschild, mit dem die Baustellenlinien ausgestattet werden

Thomas Badalec zeigt das Baustellenschild, mit dem die Baustellenlinien ausgestattet werden (Bild: Samuel Muth)

Auch der Ersatzbus für die Trambahnlinie 18 bekommt mit der Nummer 118 eine passende Bezeichnung. Unglücklich fallen die Baustellenlinien hingegen für Touristen aus, welche sich nach Linienbezeichnungen in Reiseführern richten: So fährt zum Bavariafilmplatz statt der Linie 25 die Baustellentram 35. Doch der neugestaltete Netzplan hilft, diese Änderungen besser nachzuvollziehen.

Stadtwerke-Zentrale in der Emmy-Noether-Straße

Stadtwerke-Zentrale in der Emmy-Noether-Straße (Bild: Samuel Muth)

Fahrgastinformation vor Ort

In den ersten Tagen der Bauarbeiten sind Servicemitarbeiter an den Haltestellen Karlsplatz (Stachus), Isartor und Max-Weber-Platz vor Ort und geben Auskünfte zu den Baustellenlinien und den alternativen Fahrmöglichkeiten. Bereits seit vergangener Woche hängen die neuen Netzpläne an allen Trambahnhaltestellen aus.

Investitionen ins Schienennetz

Die Investition in die Infrastruktur, speziell in das Schienennetz, ist sehr wichtig. Knapp 15 Mio. Euro werden jährlich im Durchschnitt in den Netzausbau und die Wartung investiert. Die Maßnahmen im Sommer schlucken hierbei einen Anteil von etwa 9 Mio. Euro. Die sanierten Gleise haben anschließend eine Liegezeit von etwa 25 bis 30 Jahren, diese ergibt sich je nach Anzahl der Züge und Belastung der Gleise etwa durch sehr enge Gleisbögen.

Ausrückfahrten über die Osttangente

Die Gleisbaustelle am Max-Weber-Platz stellt die MVG darüberhinaus vor ein anderes Problem, denn hier befindet sich die Zufahrt zum Betriebshof 2. Die Züge müssen daher über die Osttangente ausrücken und am St.-Martins-Platz wenden. Für das Baustellennetz werden von den 75 Zügen im Ferienfahrplan noch immerhin 64 Züge benötigt. Zwei davon fahren auf der Linie E27, welche Verstärkerfahrten zwischen Ottostraße und Sendlinger Tor anbietet.

P-Wagen-Einsatz auf der Baustellenlinie 37

Die drei P-Wagen werden alle auf der Baustellenlinie 37 eingesetzt, hier fahren sie Montags bis Freitags auf den Kursen 04, 07 und 11. Als besonderes Zuckerl ist auch ein Einsatz am Samstag vorgesehen, hier sind es die Kurse 02, 08 und 12. Eingerückt wird am Samstag gegen 17 Uhr.

Weitere Informationen im Internet

Die MVG stellt ihre Informationen sowie den Netzplan im Internet zur Verfügung. Auch der Netzplan von den Tramgeschichten wurde aktualisiert.

Ausblick auf das Jahr 2010

Auch ein Ausblick auf Baumaßnahmen für das Jahr 2010 wurde verkündet, hier geht es schwerpunktmäßig um die Linien 17 und 18, gebaut wird hier speziell im Bereich Herkomerplatz und Effnerplatz, zudem wird das Gleisdreieck an der Grillparzerstraße/Einsteinstraße erneuert.


14 Kommentare zu “Gleisbaustellen in den Sommerferien”

  1. Stadtneurotiker sagt:

    Hui, der Herr Badalec ist aber oben kahl geworden…

    P-Wagen auf dem 37er machen Sinn, wenn kein 16er fährt… 🙂

  2. Frizzos sagt:

    2010 dürfte das neuralgischte Stück im Netz dran sein. Bin ja schon mal gespannt, wie die Züge dann ein- oder ausrücken. Oder man rückt ein paar Tage gar nicht ein und stellt die Wagen unter Bewachung ab.

  3. Claus sagt:

    Na, ich habe mich ja schon lange gefragt, welches Genie für die Liniennetzpläne der Tram zuständig ist… Nur zur Erinnerung: Liniennummern dienen für die Fahrgäste zur _Orientierung_ – es macht deshalb keinen Sinn, sie alle vier Wochen munter durchzuwechseln. In den Sommerferien, wo alles voller Touristen ist, gleich zweimal nicht. (Die haben dann alle brav einen Reiseführer mit leider falschen Liniennummern in der Hand…)
    Herr Badalec ist nicht zufällig auch für die Baustellenorganisation bei der U-Bahn zuständig? Da bemüht sich die MVG an der Münchner Freiheit jetzt auch seit locker über 12 Monaten mit möglichst oft wechselnden, möglichst unvorhersehbaren Einschränkungen die Fahrgäste zu vergraulen…

  4. Dominik H. sagt:

    @Frizzos

    2010 hat leider wieder einen Unfall gehabt…
    Der wird nicht so schnell kommen…

  5. Daniel Schuhmann sagt:

    @Domi: Es ging um das Jahr 2010… 🙂

  6. TramPolin sagt:

    @Claus: Das System mit den 30er-Nummern hat sicher Vor- und Nachteile. Ein Alternative wäre, sich an den normalen Liniennummern zu orientieren, so wie man es früher gemacht hat. Dies würde eine Aufspaltung in Ost/West- und Nord/Süd-Liniennummern bedeuten. Die Liniennummern müssten dann an Übergangspunkten gewechselt werden. Man hätte dann einen 19er West und einen 19er Ost. Viel würde das den Touristen aber auch nicht bringen, da man dann auch an diversen Haltestellen die Linie nicht unter der gewohnten Nummer findet (irgendwo muss ja der Schnitt gemacht und die Linie gewechselt werden).

    Im Prinzip finde ich es klasse, dass sich die 30er-Nummern an historischen Linien orientieren. Beispiel Linie 35: 1910 bis 1913 fuhr ja schon einmal eine Linie 35 nach Grünwald. Allerdings werden mit dieser Systematik v.a. Trambahnfans und Trambahninsider bedient. Der Tourist kann allenfalls erahnen, dass die Endziffer, in diesem Fall „5“, hier Hinweis gebend ist und die gesamte 5er-Gruppe traditionell nach bzw. Richtung Großhesseloher Brücke/Grünwald fährt (o.k., der alter 5er zum Candidplatz mal ausgenommen, aber auch hier stimmt die Gegend und die Richtung ansatzweise).

    Die 30er-Gruppe deutet an, dass es sich hier um Linien handelt, die ganz anders fahren, als es die normalen Pläne hergeben. Da muss man das Prinzip gar nicht verstehen.

    Neben den Touristen kommen aber auch genug Einheimische durcheinander. Da würde eine Rückkehr in das alte System auch nicht viel helfen. Es sind die Baustellen, die das Problem machen, das Nummernsystem kann das nur begrenzt kaschieren.

    So behaupte ich mal, dass das alte System keinesfalls besser war.

    Als Trambahnfan freue ich mich, dass der 30er-Bereich wieder der Trambahn zur Verfügung steht und nicht für irgendwelche Buslinien Verwendung findet. Klar, der Tourist hat nicht viel von meiner Freude.

  7. Sirion sagt:

    @frizzos: Vielleicht machen sie ja dann den Betriebshof 3 in der Westendstraße vorübergehend wieder auf?
    Ja die Touris haben viele Probleme beim Tramfahren zur Zeit. Aber auch ältere Leute die wenig Ahnung vom Tramnetz haben stehen verdattert rum. Gestern hab ich beobachtet am Hbf, wie eine Einheimische versuchte, zwei alten Damen zu erklären wie sie jetzt vom Hbf zur Kreillerstraße kommen. Am Schluss meinte sie, fahrens halt am besten mit der S-Bahn z. Ostbahnhof. Der Tipp wäre ja auch nicht so toll gewesen, aber ich hatte das Gefühl die zwei trauten sich gar nicht in den Untergrund. Fragten stattdessen wieder ne andere…

  8. Michi G. sagt:

    Den Betriebshof 3 wieder auf? 😀 *LOL* *ROFL* Der war gut! 😀

    Sagt mir lieber, wann die unseligen Weichen an der ehemaligen einfahrt endlich wegkommen – Abbiegen kann man da schon seit Jahren nicht mehr…

  9. Michi G. sagt:

    Achja, und Hbf -> Kreillerstraße: mit der U2 Richtung Messestadt Ost.

  10. Claus sagt:

    @TramPolin: Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum ich es besser fände, die Liniennummern beizubehalten: „Otto Normalfahrgast“ fährt nunmal nicht von Pasing bis zur St.-Veit-Str. oder von Gondrellplatz bis Effnerplatz, sondern der steigt im Zentrum ein und irgendwo weiter draußen wieder aus bzw. andersherum.

    Würde man die gewohnten Nummern nun behalten, würden sicher über 80% der Fahrgäste überhaupt nicht mitkriegen (und es müsste sie auch nicht interessieren), dass „ihre“ Linie am anderen Ende der Stadt irgendwo ’ne Umleitung fährt.

    Beispiel: Tourist will zum Bavaria Filmgelände. Der steigt am Kolumbusplatz aus der U-Bahn in die 25er. Warum zum Henker soll er sich damit beschäftigen müssen, dass das Ding jetzt 35 heißt, nur weil sie hinter dem Max-Weber-Platz (wo er nie vorbeikommen wird) dann als 19er weiterfährt.

    Natürlich hast Du recht: An irgendeiner Stelle müsste man die Nummer wechseln. Aber was ist da dabei? Das funktioniert im werktäglichen Normalbetrieb z.B. mit der 12/16 reibungslos.

    Aber man könnte so natürlich nicht halb soviel Theater um die Baustellen machen wie man das aktuell tut…

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