Münchens kürzeste Linie wird eingestellt

Bilder, Fahrplan, Betrieb Von: Daniel Schuhmann

Eigentlich sollte sie die gesamten Sommerferien über helfen, das Chaos auf Münchens Gleisen zu mildern: Die Linie E27, Münchens kürzeste Verstärkerlinie, schafft zusätzliche Kapazitäten auf dem sonst so stark belasteten Abschnitt vom Stachus zum Sendlinger Tor.

Anzeige im Detail: Linie E27 über Karlsplatz zur Ottostraße

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Doch wie sich herausstellte, ist der tatsächliche Bedarf wesentlich geringer. Neben der kurzen Linienführung liegt es sicher auch an den kryptischen Linienbezeichnungen »827«, »E827« oder auch nur »E«, welche statt dem richtigen »E27« am Fahrzeug stehen: Fahrgastzahlen von über 10 Personen haben Seltenheitswert auf dieser Linie, so dass die MVG beschlossen hat, diese Linie voraussichtlich ab Donnerstag einzustellen. Auf dem Abschnitt verkehrt weiterhin die Linie 27, tagsüber alle 7/8 Minuten.

Wagen 2110 in der Brunnenschleife am Sendlinger Tor

Wagen 2110 in der Brunnenschleife am Sendlinger Tor

Die DFI-Anzeige am Sendlinger Tor kündigt die Linie E27 an

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13 Kommentare zu “Münchens kürzeste Linie wird eingestellt”

  1. Stadtneurotiker sagt:

    Ab Donnerstag? Ab einem Montag würde mir ja einleuchten…

  2. Claus sagt:

    Naja, wer soll da auch mit fahren? Vom Ostfriedhof bis Kurfürstenplatz (bzw. dann halt Scheidplatz) hätte wohl mehr gebracht.

    Besonders toll: Wer meint, wenigstens bis Karolinenplatz mitfahren und dann den Rest (z.B. zu den Pinakotheken) laufen zu können, kann Pech haben. Musste am Sonntag zusammen mit 3-4 anderen Fahrgästen ernsthaft wieder bis Ottostraße mit zurückfahren, weil die schlechtgelaunte Fahrerin uns am Karolinenplatz nicht rauslassen wollte…

    Also, ich gebe zu, wenn ich Sonntag nachmittag bei strahlendem Sonnenschein praktisch leer zwischen Karolinenplatz und Sendlinger Tor hin- und hergondeln müsste, hätte ich wohl auch schlechte Laune 😉

  3. Christian Thome sagt:

    Dann sehn wir diese Woche wieder ein Plan Update.

  4. Fahrer_82 sagt:

    Das die Kollegin schlecht gelaunt war, tut mir leid! Dafür möchte ich mich einfach mal entschuldigen.

    Schade, dass er abgeschafft wird – hätte ihn gerne mal gefahren. Und (an „Claus“) dass er beispielsweise als Verstärker zwischen Scheidplatz und St-Martins-Platz eingesetzt wird, ist auch meine Idee gewesen. Aber da kann man nun nichts mehr dran ändern. Er hätte sich ja sonst womöglich noch als ideale Ergänzung zum 27er erwiesen und langfristig als 28er durchgesetzt… *sarkastisch-schau*

  5. Don Martino sagt:

    Das Problem ist, daß in der Wendeschleife Karolinenplatz keine offizielle Haltestelle ist. Freilich kann man die Türen überall öffnen und Leute ein- oder aussteigen lassen, die Frage ist nur, was die Konsequenz für den Fahrer ist, wenn das jemand sieht, der es nicht sehen soll, oder wenn sogar etwas passieren sollte. Wer den Kreisel am Karolinenplatz als Fußgänger überquert, ist üblicherweise für sich selbst verantwortlich. Überquert er die Straße, nachdem ihn der Trambahner „inoffiziell“ hat aussteigen lassen, ist dieser mitverantwortlich. Reicht ein blöder Autofahrer, und er steht mit einem Bein im Knast.

  6. Don Martino sagt:

    By the way… Eine Linie 28 wäre längst notwendig. 10′-Takt auf der 27er, und dazwischen 10′-Takt zwischen Scheidplatz und Sankt Martin. Das wär sooo schön.

    Aber vorher sollte die „Beschleunigung“ repariert werden. Oder man stellt einige Exponate aus den Pinakotheken an die Haltestelle, damit die Fahrgäste wenigstens was zum Anschauen haben während der Wartezeit aufs Fahrsignal. Das wär doch mal ein Vorschlag…

  7. Fahrer_82 sagt:

    @Don_Martino: Die Idee mit den Exponaten an der Haltestelle ist echt genial. Ich werde das mal an entsprechender Stelle vorschlagen! 😉

    Btw, ein 28er war schon oft im Gespräch – eben vom Scheid- zum St.-Martins-Platz. Da das hiesige KVR aber meint, dass bereits zu viele Trams zwischen Sendlinger Tor und Karlsplatz verkehren (Behinderung des Individualverkehrs durch Trambeschleunigung, es fahren Linie 16, 17, 18, 27 und M-Tram bis zu 53 Züge pro Stunde in diesem Abschnitt) wird es nicht zu einem 28er kommen! Das hieße nämlich bis zu 61 Züge/h und wäre wohl mit den Ampeln und der Menge an IV nicht mehr machbar.

    Die Beschleunigung an der Pinakothek geht leider erst nach Abschluss der Bauarbeiten (wo auch immer die da noch sind…) wieder in Betrieb. Das ist leider ein Tick von Baureferat und KVR – schnell mal ’nen Bagger ans Gleis stellen und schon kann man die Beschleunigung deaktivieren (aktuell an der Tegernseer Landstr. zu beobachten: Baustelle betrifft die Tram kein Stück, aber die Beschleunigung wird abgestellt!). Aber Kopf hoch, wir arbeiten dran!

  8. Don Martino sagt:

    Exakt das ist der Unterschied zwischen München und zum Beispiel Zürich: Dort wird der „Individualverkehr“ deutlich weniger bevorzugt. Am Geld liegt das weniger. Eher daran, daß die Schweiz keine Autoindustrie hat. Und keine CSU.

    Selbst in Istanbul mit seinem Verkehrschaos gelingt es, mehrere Trambahnlinien so zu bauen, daß wirklich jedes (ich meine: JEDES) Signal kurz vor passieren des Zuges zuverlässig auf F1 schaltet. München ist dagegen einfach nur peinlich.

    Abgesehen von der Tegernseer Landstraße gehen zum Beispiel auf der Linie 37 nicht: Dall’Armi Straße, Schloß Nymphenburg, Nibelungenstraße und Kriemhildenstraße (in Abhängigkeit voneinander), Donnersberger Straße, Trappentreustraße, Westendstraße. Das Gleisdreieck Seidlstraße hat drei Wochen gedauert, bis es wieder funktioniert hat.

    Oder Schmankerl wie die Ausfahrt der Linie E27 (also von der Brunnenschleife): Da schaltet das Signal, wenn der 27er oder ein Ein- oder Ausrücker daherkommt. Oder Ecke Müllerstraße beim Einrücken, da holt man sich 4 Minuten. Und am Sankt Martins Platz geht die LZA-Anforderung sowieso nicht.

    Oder Prielmayer Ecke Luitpoldstraße. Das ist ja wirklich eine ganz eine komplizierte Schaltung, da ist es klar, daß die Trambahn jedes Mal stehen bleiben muß.

    Wo geht denn bitte die Beschleunigung?

  9. Michi G. sagt:

    Gehen tut sie an der Marsstr. einwärts. 🙂
    Aber es stimmt, es ist leichter die Ampeln aufzuzählen and enen sie geht, als die, an denen sie nicht tut… :-/

    Gruß Michi

  10. Don Martino sagt:

    Ja super. Das Dumme ist nur: Ich hab die grantigen Leute im Zug, nicht die Spastiker vom KVR. Und mit polemischen Durchsagen hab ichs trotz hohem Wahrheitsgehalt nicht so…

    Ab gesehen davon mag ich (trotz allen Diskussionen) meinen MVG ganz gern. Wenn ich dann „Scheiß Verkehrsbetriebe“ oder „Saftladen blöder“ von hinten höre, sticht das schon etwas in der Herzgegend.

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