In der Abstellanlage ist alles dunkel. Nur zwei rote Lichter zeigen an, wo sich das Ende des Zuges befindet. Stille. Auf dem Nachbargleis rumpelt ein Zug, Lichtblitze zucken vorbei. Dann wieder Stille. Plötzlich wird es hell: Die Innenbeleuchtung wurde eingeschaltet. Kurz später lösen die Bremsen, die Motoren heulen auf, der Zug fährt ab.
Betriebsbeginn bei der Nürnberger U-Bahn. Doch es ist nicht kurz vor Sonnenaufgang, sondern später Abend. Die Uhr zeigt halb neun, als sich die Beleuchtung des ersten Wagens einschaltet: Der Probebetrieb auf der U-Bahn-Linie U2 beginnt…
Über ein Jahr lang ist es nun her, seit die Nürnberger automatische U-Bahn-Linie U3 eröffnet wurde. Doch die Automatisierung geht weiter: Die Linie U2 soll — unter rollendem Rad, »Zug für Zug« — auf automatischen Betrieb umgestellt werden. Seit einigen Wochen wird dies getestet: In den Abendstunden ab 21 Uhr fahren automatische Züge auf der U2, jedoch nur als Probefahrten: Eine Mitfahrt ist nicht möglich.

Dieser DT3 musste dem Probezug Platz machen und unternahm eine Wendefahrt. Hier fährt er gerade durch den Bahnhof Wöhrder Wiese auf dem Weg zur Abstellanlage Hauptbahnhof
Während der Aufenthalte auf den Bahnhöfen öffnen und schließen die Türen nicht; getestet wird vor allem das Kuppeln. So fuhr der erste Probezug mit vier Wagen vom Hauptbahnhof nach Ziegelstein. Eine zweite Vier-Wagen-Einheit aus einer anderen Abstellanlage folgte kurze Zeit später.
In der Abstellanlage des Bahnhofs Ziegelstein wurden die Züge entkuppelt und fuhren dann als Kurzzüge zwischen den Planzügen in Richtung Röthenbach.
In Röthenbach wurde schließlich wieder gekuppelt, so dass die Züge wieder mit vier Wagen nach Ziegelstein rollten.





21. August 2009 um 12:29 Uhr
Wer ist eigentlich beim automatischen Betrieb verantwortlich, wenn etwas passiert? Es steigen ja keine Roboter in die U-Bahn, sondern Menschen, die sich dabei so allerhand einfallen lassen. Oder was passiert, wenn jemand nicht aus der Lichtschranke geht und die Tür blockiert? Oder wenn ein Springer da war, fährt die automatische U-Bahn dann weiter?
21. August 2009 um 15:23 Uhr
Naja, das ist halt mehr so ‘ne Art horizontaler Aufzug als ‘ne U-Bahn. Aufzüge fahren auch automatisch und haben Bedarfshalte. *gg*
21. August 2009 um 15:54 Uhr
@Don Martino
vor Springern schützt das natürlich auch nicht ganz klar. Der Zug bremst dann zwar aber der Bremsweg ändert sich dadurch ja nicht. In Nürnberg legen die Fahrgäste ein anderes Fahrgastverhalten an den Tag und es sind auch deutlich weniger als in München. Allerdings kann ich mir vorstellen das das dort auch nicht ohne Probleme läuft. Kostentechnisch ist es hier unvorstellbar. Dazu müsste man alle Züge austauschen, Glastüren installieren. Alleine die Überwachungstechnik kostet so viel das sich das in 20 Jahren nicht lohnt. Nürnberg ist ja eine Minineubaulinie mit Minizügen die extrem subventioniert wurde (im Vergleich zu München).
Personal spart man natürlich auch nicht da man mindestens genausoviel zur Überwachung braucht. Im Prinzip sitzt der Fahrer dann halt vor Monitoren die den Zug und den Bahnhof zeigen. Es ist einfach ein Prestigeprojekt das eine Menge Geld kostet. Mehrere Verkehrsbetriebe die mir bekannt sind sind zu dem Schluß gekommen.
21. August 2009 um 18:54 Uhr
Ja das hab ich mir gedacht. Aber was genau ist dann da der technische Fortschritt?
23. August 2009 um 01:04 Uhr
Alles, was Automatisch ist, ist schrott !!!
SIEMENS kann mir den Buckel runterrutschen
24. August 2009 um 08:55 Uhr
@Dominik: Hast Du auch ein Siemens- Handy?
20. Oktober 2009 um 23:51 Uhr
[...] nur in der Betriebsruhe. Ab Januar 2009 fuhren die Automatikzüge auch in den Abendstunden, später auch tagsüber. Am 25. September 2009 erteilte die TAB die Freigabe zum Betrieb, so dass vier Züge seit 28. [...]
2. März 2010 um 01:00 Uhr
[...] 2009 begann der Testbetrieb mit DT3-Fahrzeugen auf der U2, knapp ein halbes Jahr später wurden Versuche mit Kurzzügen begonnen. Nach Zulassung durch die TAB wurden die automatischen Züge auch auf der U2 »Zug um [...]