Handygespräche im Untergrund

Bilder, Wissenswertes Von: Daniel Schuhmann

Seit heute ist es amtlich: Das bereits vor einer Woche in Betrieb genommene Handynetz wurde heute von MVG-Chef Herbert König und Dieter Vogelhuber, Vodafone-Regionalleiter Technik, mit einem »Probeanruf« in Betrieb genommen.

Die Telefonnummer für den ersten »Probeanruf« wird eingegeben

Die Telefonnummer für den ersten »Probeanruf« wird eingegeben

Publikumswirksam »tippten« König und Vogelhuber hierzu die erste Telefonnummer in ein riesiges Mobiltelefon ein und konnten mit dem ersten Anruf beweisen: Das Netz steht, das Telefonieren im Münchner U-Bahn-Netz ist nun möglich.

Zufriedene Gesichter nach dem ersten Telefongespräch in 23 Metern Tiefe

Zufriedene Gesichter nach dem ersten Telefongespräch in 23 Metern Tiefe

Freilich noch nicht im ganzen Netz, denn die Installation läuft in mehreren Phasen ab. Der nun eröffnete Abschnitt kommt in erster Linie den Wiesn-Besuchern zu Gute: So kann von der Theresienwiese bis zum Odeonsplatz geplappert werden, gleichzeitig sind auch die Abschnitte Hauptbahnhof – Sendlinger Tor sowie Sendlinger Tor – Marienplatz – Odeonsplatz versorgt. Nicht nur das Telefonieren ist möglich, sondern auch die Datendienste können genutzt werden, wie Herbert König betont. Als mögliches Beispiel nannte König natürlich den hauseigenen Dienst MVG-Live.

Der weitere Ausbau während der ersten Phase erfolgt in den stark genutzten Abschnitten auf der U6 zum Stadion nach Fröttmaning sowie auf der U2 zur Messe. Dieser soll noch im »Mobiltelefon-Geschäftsjahr 2009«, also bis Ende März 2010, abgeschlossen werden.

Vorstellung des neuen Handynetzausbaus im Untergrund durch Dieter Vogelhuber und Herbert König

Vorstellung des neuen Handynetzausbaus im Untergrund durch Dieter Vogelhuber und Herbert König

Der Netzausbau läuft unter der Federführung von Vodafone, die Kosten teilen sich die vier Provider T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 zu gleichen Teilen. Keine leichte Arbeit ist die Installation der knapp 250 Antennen und 100 Verstärker. Schließlich kann nur nachts während der sehr kurzen Betriebsruhe gebaut werden. Zudem sind die optimalen Standorte der Antennen nicht einfach zu bestimmen und machen hunderte von Messfahrten nötig.

Die Zentralstation, das »Herzstück der Mobilfunktechnik« ist in einem Betriebsraum im Hauptbahnhof untergebracht. Hier haben die Netzbetreiber ihre Kopfstationen. Die Signalübertragung zu den Antennen erfolgt über Glasfaserkabel der Stadtwerke, welche die Netzbetreiber mitbenutzen können.


4 Kommentare zu “Handygespräche im Untergrund”

  1. Michi G. sagt:

    Welche Telefonnummer haben die denn angerufen zum probeanruf – und wo kommt man da raus? 🙂

  2. Nietenzähler sagt:

    Ui, das muss aber ein älteres Modell sein, so groß wie das ist. Oder ist das das neue iPhone mit integrierter Telefonzelle? *lol*

  3. Daniel Schuhmann sagt:

    @Michi: Am anderen Ende der Leitung war Hermann Zacherl, der die Freigabe für die Tunneltelefonie gab.

  4. Tunneltelefonieren - wo bleibt der Sekt? « Ansichten aus dem Millionendorf sagt:

    […] Handys Musik abspielen konnte. Natürlich wurde die Einweihung des Minimlanetzes groß begangen. Mit einem überdimensionalen Mobiltelefon wurde das Netz offiziell […]

© 2008 - 2015 Tramgeschichten, Impressum, Theme & Icons von N.Design Studio und Freepik
Artikel RSS Kommentare RSS Anmelden