Eine Notrufsäule ist ansich nichts spektakuläres, aber in diesen Tagen ist man hellhörig geworden. Die defekte Notrufsäule in Solln macht den Fall noch brisanter. Und so verwundert es nicht, dass die Vorstellung einer neuen Notrufsäule im Münchner Hauptbahnhof Aufsehen erregt — neben dem Bayrischen Rundfunk sind nun auch RTL und VOX, n-tv und RTL-II vor Ort.

Herbert König (links) präsentiert die neue Notrufsäule, die U-Bahn-Wache (rechts) ergänzt das Sicherheitskonzenpt
Herbert König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft, lud zum Pressetermin. Ein neues Notrufsystem soll es geben, modern, übersichtlich und funktioniell, und es soll in allen Bahnhöfen Einzug erhalten. »Der Pressetermin ist schon seit Monaten bekannt« versichert König — der Zeitpunkt so kurz nach dem Mord in Solln gab einigen Pressevertretern zu denken. In nur drei Jahren sollen nun alle U-Bahnhöfe mit der neuen Notrufsäule ausgestattet werden.
Hoch und weithin sichtbar, in rot-weisser Farbgebung schnell auffindbar, prominent im Zugangsbereich des U-Bahnhofs Hauptbahnhof positioniert, hier steht er, der Prototyp der neuen Münchner Notrufsäulen.
In der Mitte leuchtet der Notruf-Knopf, der eine sofortige Verbindung mit der Leitstelle herstellt. Rollstuhlfahrer und Kinder können einen zweiten, niedriger angebrachten, Knopf drücken.
Am linken und rechten Rand der Säule befinden sich die Nothaltgriffe, die — klar dem jeweiligen Gleis zugeordnet — verhindern, dass ein Zug in den Bahnhof einfährt, etwa, wenn eine Person in den Gleisbereich gestürzt ist. Zudem stoppen sie einen aus dem Bahnhof ausfahrenden Zug.
Im oberen Bereich der Säule befindet sich ein automatischer Defibrillator, im unteren Bereich ist der Feuerlöscher zu finden. Eine in der Notrufsäule angebrachte Kamera ermöglicht es der Leitstelle, den Anrufer im Notfall zu sehen: Die Kameraverbindung wird zeitgleich mit der Sprechverbindung aufgeschaltet. Neben dem klassischen Notrufknopf gibt es einen blau unterlegten Knopf »Inforuf«, hier erhalten Kunden Informationen.

Herbert König versichert, dass die Säulen bei der MVG alle funktionsfähig sind — ein Test vor laufenden Kameras beweist es.





17. September 2009 um 14:42 Uhr
Von den Säulen brauchts nicht nur eine pro Station – sondern mindestens 8. Je eine am Bahnsteigende, ansonsten alle 40 Meter. Zumindest mit Notruf+Nothalt.
17. September 2009 um 14:56 Uhr
Zwei Stück sinds am Hauptbahnhof. In den Sperrengeschossen sollen zudem weitere angebracht werden.
17. September 2009 um 15:38 Uhr
Das war also der Grund für die komischen Loch-Bohr-und-Kabel-Verlege-Arbeiten in den letzten Wochen am Hbf. Hab schon gerätselt was das wohl werden soll.
Zusätzlich zu den Notrufen, Nothalten, Feuerlöscher etc. sollte man jetzt halt massiv die Fahrgäste drauf hinweisen, wo sich Noteinrichtungen befinden und was im Notfall zu tun ist. Linie8, conTakt, S-Takt, Infoflyer – auf gehts, her damit!
17. September 2009 um 19:52 Uhr
Man kann sehen was passiert(S7 in Solln) wenn die Säule nicht geht.
18. September 2009 um 19:51 Uhr
In Solln wurde die Polizei aber eh per Handy verständigt – da hat niemand die Notrufsäule benutzt oder versucht zu nutzen.
20. September 2009 um 17:39 Uhr
außerdem hat die s-bahn die notrufsäulen nur in der stammstrecke
20. September 2009 um 22:55 Uhr
Nun ja. Solln ist ein S-Bahnhof. Und da steht eine Säule. Wie an einigen anderen S-Bahnhöfen auch…