Nürnberg live: Ein Blick in die Röhre

Bilder, Neubaustrecken, Tellerrand Von: Daniel Schuhmann

Unter dem Motto »Die Stadt live« veranstaltete die Stadt Nürnberg einen Tag der offenen Tür. Mit dabei war auch die VAG: Es konnte der U3-Bahnhof Kaulbachplatz sowie das angrenzende Tunnelstück zum Friedrich-Ebert-Platz besichtigt werden.

Der Blick in die Röhre: Tunnelabschnitt in Richtung Friedrich-Ebert-Platz

Der Blick in die Röhre: Tunnelabschnitt zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Kaulbachplatz

Obgleich hier noch kein Zug unterwegs ist, erfolgte die Anreise am besten mit der U3: Der Abstand zwischen den Bahnhöfen Maxfeld und Kaulbachplatz beträgt nur 453 Meter (Bahnsteigmitte), so dass der Eingang nach einem kurzen Fußweg erreicht wurde.

Die kurzen Wege sind vor allem den dicht bebauten Wohngebieten im Nürnberger Norden geschuldet, der Friedrich-Ebert-Platz gilt als wichtiges Stadtteilzentrum. Die Gesamtlänge des sogenannten Bauabschnittes 1.3 beträgt 1,1 Kilometer und beginnt mit dem Bahnhof Kaulbachplatz selbst. Die Tunnelstrecke zum Bahnhof Maxfeld wurde bereits mit dem ersten U3-Teilstück gebaut.

Hier geht's rein: Treppe zum Bahnhof Kaulbachplatz

Hier geht's rein: Treppe zum Bahnhof Kaulbachplatz

Bahnhof Kaulbachplatz: Links ist bereits ein Gleistrog und ein Teil der Bahnsteigkante sichtbar, rechts fehlt die Bahnsteigkante noch

Bahnhof Kaulbachplatz: Links ist bereits ein Gleistrog und ein Teil der Bahnsteigkante sichtbar, rechts fehlt die Bahnsteigkante noch

Hier entsteht der westliche Aufgang des Bahnhofs Kaulbachplatz

Hier entsteht der westliche Aufgang des Bahnhofs Kaulbachplatz

Noch interessanter als der Bahnhof im Rohbau dürfte der Spaziergang durch den Tunnel sein, schließlich kann man diesen — im Gegensatz zum Bahnhof — im späteren Betrieb nicht betreten. Auffällig sind die Neigungen des Tunnels: Vom Bahnhof Kaulbachplatz geht es zunächst mit immerhin 40 bergab, danach folgt eine Steigung mit 35 ‰. Wirklich nötig wäre dieser »Zick-Zack-Bau« von der Beschaffenheit des Untergrunds her nicht, die Bauweise hat primär Energiespargründe für den späteren Betrieb: So kann der Zug beim Ausfahren aus dem Bahnhof zusätzlich »Schwung holen«, bei der Anfahrt auf den Zielbahnhof wird er durch die Steigung zusätzlich gebremst.

Blick in Richtung Kaulbachplatz: Im Vordergrund der runde in Spritzbetonbauweise erstellte Tunnel, daran anschließend ein Tunnelstück in Deckelbauweise zum Bahnhof. Die Neigung ist anhand der Deckenschalungen gut zu erkennen.

Blick in Richtung Kaulbachplatz: Im Vordergrund der runde in Spritzbetonbauweise erstellte Tunnel, daran anschließend ein Tunnelstück in Deckelbauweise zum Bahnhof. Die Neigung ist anhand der Deckenschalungen gut zu erkennen.

Weiterer Tunnelverlauf, Blickrichtung Friedrich-Ebert-Platz

Weiterer Tunnelverlauf, Blickrichtung Friedrich-Ebert-Platz

Der Abschnitt zum Friedrich-Ebert-Platz besteht aus zwei Einzelröhren. Etwa in der Mitte zwischen den beiden Bahnhöfen sind diese miteinander durch einen Tunnel verbunden, um im Notfall eine zusätzliche Flucht- und Rettungsmöglichkeit zu bieten.

Verbindung zwischen den beiden Tunnelröhren

Verbindung zwischen den beiden Tunnelröhren

Vorbereitende Maßnahmen zum Bau wurden bereits ab 2005 durchgeführt, so wurden unter anderem die Gleise der Straßenbahn am Friedrich-Ebert-Platz verschwenkt. Der erste Rammschlag erfolgte am 14. Juni 2007, der Tunnelvortrieb begann schließlich am 4. Dezember des gleichen Jahres.

Die Tunnel wurden in der bewährten Spritzbetonbauweise erstellt, die Innenschale konnte termingerecht noch vor dem Jahreswechsel eingebaut werden. Anfang 2010 sollen dann auch die Rohbauarbeiten für die Bahnhöfe abgeschlossen werden, die Eröffnung bis zum Friedrich-Ebert-Platz ist für das Jahr 2011 vorgesehen. Dann wird die Strecke bis zur Gustav-Adolf-Sraße immerhin 7,6 Kilometer lang sein und über 11 Bahnhöfe verfügen.

Ausblick

Mit der Verbindung zum Friedrich-Ebert-Platz soll der Ausbau noch nicht abgeschlossen sein: Die Stadt plant eine weitere Verbindung zum Klinikum Nord und weiter über die Heimerichstraße zum Nordwestring im Norden sowie über Großreuth und Kleinreuth nach Gebersdorf im Süden der Stadt.


5 Kommentare zu “Nürnberg live: Ein Blick in die Röhre”

  1. TramPolin sagt:

    Und was hat das alles bitte mit Trambahn(geschichten) zu tun?

    Nein, mal im Ernst, ich finde die Bandbreite der Themen hier stark. Außerdem gab’s ja mal in München seitens der CSU die Aussage: Die Tram fährt weiter, aber nur noch unterirdisch als U-Bahn (oder so ähnlich, vielleicht hat je jemand das genaue Zitat zur Hand). So weit ist es zum Glück nicht gekommen, aber eine Verwandtschaft zwischen beiden Systemen ist schon einmal deshalb da.

  2. Bomber sagt:

    Die Trambahn fährt doch weiter, nur tiefer gelegt und mit einem U davor – Das in etwa ist das Zitat.
    Nicht nur desswegen, man muss nur nen Blick ins Ruhrgebiet werfen, dort bimmelt die Trambahn mit einem U davor schon/noch.

  3. Jonas H. sagt:

    Naja, ein bisserl Offtopic darfs doch sein. Also so schlimm ist das auch nicht *roll* .

  4. Daniel Schuhmann sagt:

    …und beide fahren nach derselben Bau- und Betriebsordnung 😉

    So viel Tellerrand sei wohl gestattet. Das wirklich trambahnige Thema aus Nürnberg kommt aber auch noch. Und aus München sowieso…

  5. KPM sagt:

    Das Zitat stammt von Gauweiler:
    „Wir schaffen die Trambahn nicht ab, wir machen sie nur schneller und legen sie unter die Erde.“

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