Alle 100 Sekunden

Bilder, Fahrplan, Betrieb, Tellerrand Von: Daniel Schuhmann

Seit gestern wird bei der Nürnberger U-Bahn an Sonn- und Feiertagen im 100-Sekunden-Takt gefahren. Der Einsatz erfolgt auf den Linien U2 und U3 mit automatischen U-Bahn-Zügen vom Typ DT3.

Hier noch als Langzug unterwegs: U2 am Flughafen

Hier noch als Langzug unterwegs: U2 am Flughafen

Auf der Stammstrecke zwischen Rothenburger Straße und Rathenauplatz fahren die Züge alle 100 Sekunden, auf den Außenästen wird ein 200-Sekunden-Takt angeboten.

Der Testbetrieb soll noch mindestens bis zum Fahrplanwechsel aufrecht erhalten werden. Bisher wird dieser nur an Sonntagen gefahren: Fällt durch eine Störung ein Kurs aus, kann dieser ohne große Kapazitätseinschränkung ausgesetzt werden. Ganze 14 Kurse sind es auf der Linie U2, auf der U3 werden immerhin 9 Kurse eingesetzt. Bisher wurde auf beiden Linien Sonntags jeweils nur ein 10-Minuten-Takt angeboten.

Kurzzughinweis (Bild: VAG Nürnberg)

Kurzzughinweis (Bild: VAG Nürnberg)

Unter dem Motto „Kürzer aber öfter“ informiert die VAG ihre Kunden. So wird auf die schwarz-weiße Kurzzugmarkierung im Gleisbereich ebenso hingewiesen, wie auf die Kurzzuganzeige in den Zugzielanzeigern im Bahnhof. Aber auch Durchsagen am Bahnsteig weisen den Fahrgästen den Weg.


7 Kommentare zu “Alle 100 Sekunden”

  1. Dominik H. sagt:

    Wieder ein Sinnbefreites Konzepz, „kürzer aber öfter?! WTF !!!

    Was ist, wenn sich aber alle in den ersten Zug reinquetschen wollen?

  2. Daniel Schuhmann sagt:

    So dumm ist das Konzept nicht. Wartest Du lieber zehn Minuten oder lieber fünf Minuten (resp. fünf vs. zwei Minuten auf der Stammstrecke) wenn die U-Bahn weg ist? Zu überfüllten Zügen wird es kaum kommen. Und wenn Dir der erste Zug zu voll ist, nimmst den nächsten, der leerer ist. Dank dichterem Takt bist Du dann dennoch nicht länger unterwegs.

    Der dichtere Takt ist definitiv ein Fortschritt, der dank automatischem Betrieb nicht mehr kostet, aber viele Vorteile bietet.

  3. Stef sagt:

    Ein 2,5′-Takt zur HVZ ist ja völlig in Ordnung, im Testbetrieb auch gerne sonntags. Allerdings wage ich doch sehr zu bezweifeln, dass alles darunterliegende sinnvoll ist. Erstens ist es sicher keine Zumutung, 2,5 min. auf den nächsten Zug warten zu müssen; zweitens bedeuten die häufigeren Fahrten bei einer derart höheren Taktdichte auch einen Mehraufwand an Energie. Wäre noch zu erörtern, ob die Energiekosten bei dünnerem Takt dafür mit längeren Zügen höher/niedriger wären?

  4. Candidfreak sagt:

    Ein weiterer Vorteil bei Kurzzüge ist daß man zwei linien gleichzeitig abfertigen kann, wie z.B: Erster Zug U2 dahinterstehender Zug U3.

  5. Sam sagt:

    @ Candidfreak:

    Ich weiß jetzt nicht, ob das technisch machbar ist, und vor allem auch, ob das sinnvoll ist!
    Außerdem könnten die Züge eh auch dann nur im 100-Sekunden-Abstand abfahren, wodurch es für den Fahrgast zu keinem Nutzen kommt, eher zu Verwirrung!

  6. Eric sagt:

    Das ist in der Tat ein Aspekt der automatischen Züge an den ich noch gar nicht gedacht habe – es verursacht ja wirklich kaum Mehrkosten kürzere, dafür öfter, Züge auf die Strecke zu schicken. Da, abgesehen von Großereignissen, die Fahrgäste ja nicht in kurzen Schüben auf den Bahnsteig drängen halte ich auch den Einwand dass sich dann halt alle in „den ersten“ (ab Betriebsbeginn oder was ist mit „den ersten“ gemeint?) Zug der einfährt quetschen würden. Lieber kürzer und dafür öfter.

    Das ergibt sogar ganz neue Einsparmöglichkeiten, man kann neue Bahnhöfe so deutlich kürzer bauen und damit eine Menge an Baukosten sparen! Oder umgekehrt, man kriegt für’s gleiche Geld längere Strecken. Gute Idee.

  7. Andersreisender sagt:

    Ich finde die Sache wirklich sehr sinnvoll. Und zu Stoßzeiten könnten (bei vorhandenem Wagenmaterial) ohnedies längere Züge eingsetzt werden. Ansonsten bleibt die Transportkapazität wie bisher, aber halt zeitlich anders verteilt.

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