Nach Solln: Neue Notrufsäulen für die BOB

Bilder, Tellerrand, Wissenswertes Von: Daniel Schuhmann

Tragisch, dass der Missstand bei den Notrufsäulen im Netz der Bayrischen Oberlandbahn erst durch die Tat in Solln aufgefallen war. Tragisch ist auch, dass sich auch hinterher die Deutsche Bahn und die Bayrische Oberlandbahn gegenseitig die Schuld zugewiesen haben, warum die Säulen nicht funktionieren. Um so besser, dass nun endlich eine Lösung gefunden ist.

Zeil und Josel stellen die neue Notrufsäule am Münchner Hauptbahnhof vor (Bild: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie)

Zeil und Josel stellen die neue Notrufsäule am Münchner Hauptbahnhof vor (Bild: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie)

Am 17. September machte MVG-Chef Herbert König ein zufriedenes Gesicht. Denn er hatte etwas, was BOB und Deutsche Bahn auch gern gehabt hätten: Eine funktionierende SOS-Säule.

Während sich BOB und DB stritten, warum die jahrelang nicht angeschlossenen Säulen ganz plötzlich nicht funktionierten, ließ der MVG-Chef eine neue Notrufsäule aufstellen — nun, natürlich nicht irgendeine, sondern sozusagen das Topmodell: Mit integriertem Feuerlöscher, Nothaltanlage für die Züge, SOS- und separatem Infoknopf und nicht zuletzt mit Defibrillator. Kurzerhand aufgestellt, um im Medienrummel um die defekte Säule in Solln zu punkten? Nein, keineswegs. Denn, so versicherte Herbert König, »Der Pressetermin ist schon seit Monaten bekannt«. Dafür spricht auch der Aufstellungsort im Hauptbahnhof am Bahnsteig der U4 und U5, wenige Tage vor Beginn der Wiesn.

Inzwischen ist es wieder still geworden um Dominik Brunner, der am Bahnhof Solln totgeprügelt wurde, als er einschreiten wollte, um anderen zu helfen.

In dieser Stille ein Lichtblick: Heute wurde — wiederum am Hauptbahnhof — eine Notrufsäule in Betrieb genommen. Ein besonderes Ereignis: Verkehrsminister Martin Zeil und Klaus-Dieter Josel vom DB-Konzern lassen es sich nicht nehmen, die Säule zu präsentieren. Über 2 Meter hoch, rot, mit Aufschrift SOS verspricht sie, für hilfesuchende da zu sein. Das verspricht auch das Verkehrsministerium: »Jede Säule wird unmittelbar nach Errichtung funktionsfähig sein«. Und noch ein Lichtblick: Die Aufstellung aller Säulen auf den Strecken nach Bayrischzell und Lenggries wird Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Auch Verkehrsminister Zeil freut sich: »Ich bin froh, dass alle Beteiligten, die an der von mir im September einberufenen Expertenrunde zur S-Bahn-Sicherheit teilgenommen haben, so rasch gehandelt haben. Die jetzt aufgestellten Notrufsäulen sind technisch auf dem neuesten Stand. Damit machen wir die Bahnstrecken ins Münchner Oberland und unsere Bahnhöfe für die Kunden noch sicherer.«


Zu diesem Artikel können keine Kommentare abgegeben werden.

© 2008 - 2015 Tramgeschichten, Impressum, Theme & Icons von N.Design Studio und Freepik
Artikel RSS Kommentare RSS Anmelden