Fahrplan 2010: Weniger ist mehr?

Bilder, Fahrplan, Betrieb, Tarif Von: Daniel Schuhmann

In einer Pressemitteilung gab die Münchner Verkehrsgesellschaft heute die Änderungen für das Fahrplanjahr 2010 bekannt. Der neue Fahrplan ab 13. Dezember 2009 steht ganz im Licht der neuen Trambahnlinie 23 — und das ist auch gut so. Denn die restlichen Änderungen sehen nicht alle rosig aus…

Die erste Straßenbahnneubaustrecke seit über zehn Jahren, ein großes Ereignis für die MVG und ihre Kunden. Immerhin 3,1 Kilometer lang ist die neue Strecke, dazu kommen nochmals 0,9 Kilometer Betriebsstrecke zum Anschluss an das bestehende Trambahnnetz.

Gefahren werden soll alle 10 Minuten, die Fahrzeit beträgt 8 Minuen je Richtung. Die Buslinie 123 wird in diesem Zusammenhang natürlich eingestellt.

Weitere Trambahnlinien

Änderungen gibt es darüberhinaus bei fast allen anderen Tram-Linien: Umfangreiche Verschiebungen bei den Abfahrtszeiten wird es geben, lediglich bei den Linien 15/25 und 27 bleibt alles beim alten. Gerade bei der letztgenannten werden viele trauern: Ist die Tram 27 doch sehr gut ausgelastet, hier haben sich viele eine Taktverdichtung gewünscht.

Für den Fahrgast zunächst kaum sichtbar ist der Entfall von Linienwechslern auf den Linien 20/21, dennoch ergeben sich Änderungen: Die Linien werden betrieblich voneinander getrennt und die P-Wagen fahren alle nur auf der Linie 21. Für ortsunkundige vorteilhaft ist, dass die Züge fortan nicht meh die Sammelbezeichnung 20/21 tragen, womit nicht mehr nur am Fahrziel erkennbar ist, in welcher Linie man sich befindet. Darüberhinaus wird er Streckenabschnitt zwischen Westfriedhof und Moosach ausschließlich von Niederflurwagen bedient. Im stark verdichteten Abschnitt zum Stachus, der alle 3/3/4 Minuten von einer Bahn bedient wird, ist die Wartezeit auf den nächsten Niederflurwagen eher zu ertragen.

Anschlussoptimierung bei verschobenen Anschlüssen sind nur die halbe Wahrheit, auch von einer »Optimierung des Betriebsablaufs« ist die Rede — auf der Linie 20/21 wird beispielsweise durch kürzere Fahr- und Standzeiten ein Kurswagen eingespart.

U-Bahn

Geringeres Angebot gibt es hingegen bei der U-Bahn: So fährt die wenig genutzte U4 in Zukunft zur Hauptverkehrszeit generell nur bis zur Theresienwiese und nicht bis zur Westendstraße. Zudem beginnt der 20-Minuten-Takt im Spätverkehr 20 Minuten früher, wodurch jeweils eine Fahrt pro Richtung entfällt. Immerhin: In den Nächten zum Samstag und Sonntag bleibt das Angebot, wie bisher.

Bus

Der Bus 50 erhält eine neue Haltestelle durch die Tram 23: Direkt auf der Brücke wird diese eingerichtet, wodurch Umsteigemöglichkeit zur Tram besteht. Die Haltestellenhäuschen stehen bereits.
Weitere Änderungen beim Bus sind aus der Pressemitteilung ersichtlich.

S-Bahn

Auch wenn sie nicht zur MVG gehört, besonders viele Änderungen gibt es bei der S-Bahn: Eigentlich ist es nur ein neuer Bahnhof, der eröffnet wird. Da sich der Hirschgarten aber mitten in der Stammstrecke befindet, verschieben sich hier sämtliche Fahrzeiten, wodurch das gesamte S-Bahnnetz neu geknüpft werden muss. Das bedeutet: Neue Fahrzeiten und neue Liniennummern. Der neue Schnellbahnnetzplan 2010 kann beim MVV heruntergeladen werden.

Der neue Fahrplan

Das neue Fahrplanbuch 2010 ist beim MVV bereits online, ab 30. November ist es darüberhinaus auch in gedruckter Form zu erwerben.

Neue Tarife

Die Information, die niemand gerne hört: Zusammen mit dem neuen Fahrplan gibt es auch neue Tarife. Knapp 5 % teurer sind die Fahrkarten ab 13. Dezember 2009.

Der MVV hat hierzu eine Übersicht zusammengestellt.

Gewöhnungsbedürftig wirken auch die neuen Tarifpläne: Deren Design wurde grundlegend überarbeitet.


4 Kommentare zu “Fahrplan 2010: Weniger ist mehr?”

  1. Stef sagt:

    Die 23er ist nicht die erste Neubaustrecke seit über 10 Jahren, sondern seit über 30; die „Neubauten“ in den 90ern waren schließlich nur Reaktivierungen.

  2. TramPolin sagt:

    Besonders schade finde ich, dass keine P-Wagen mehr auf der langen Linie 27 fahren. Damit sieht man die P-Wagen nur noch auf der kurzen Linie 21. Ich würde mir eher wünschen, die P-Wagen auf drei Linien zu verteilen, gerne auch im Wechsel.

  3. P-fan sagt:

    Die MVG behandelt die Linien 16,17,18,19 nun quasi als isoliertes System, indem sie OHNE Rücksicht auf Anschlüsse von/zu anderen Linien die Taktlagen in einer Richtung verschiebt. In den Weihnachtsferien werden sich die Fahrgäste „freuen“, wenn sie an der Westendstraße acht Minuten Übergang von der Linie 18 zur U5 einwärts haben, da die U4 nicht verkehrt. Die bessere Verteilung der Wendezeiten ist da ein schwacher Trost.

  4. Don Martino sagt:

    Wie befürchtet werden die Fahrzeiten auf der Linie 20/21 empfindlich gekürzt: Auf der Linie 20 von bisher 24 auf 20, auf der Linie 21 von bisher 17 auf 14 Minuten. Damit werden die bisherigen Kurzfahrzeiten von 22 bzw. 16 Minuten noch weit unterboten – und das auch in der Hauptverkehrszeit! Wie das während der Stoßzeit der FH aussehen soll… Ach, lassen wir uns doch überraschen.

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