Da fehlt doch was…?!

Bilder, Wissenswertes Von: Daniel Schuhmann

Da staunten die Besucher am Sonntag nicht schlecht. Eine große Lücke im Fahrzeugpark: Der Heidelberger-Zug bestehend aus dem J-Triebwagen 721 und dem i-Beiwagen 1509 fehlt.

Eine Lücke im MVG-Museum — natürlich nur vorübergehend

Eine Lücke im MVG-Museum — natürlich nur vorübergehend

Besonders auf den Führungen wurde die Frage nach dem Verbleib des »Heidelbergers« oft gestellt. Doch die Lösung ist einfach.

Der komplette Zug befindet sich derzeit in der Revision. Als gute Nachricht sei zudem darauf verwiesen, dass der Triebwagen hierbei eine Umrüstung auf die Fahrdrahtspannung von 750 Volt erhält.

Der »Heidelberger« ist ein vergleichsweise junger  Zug: Trieb- und Beiwagen stammen aus dem Jahr 1944 und gehören zu den »Kriegsstraßenbahnwagen«, kurz einfach als KSW bezeichnet. Dieser sollte sehr einfach aufgebaut und leicht herzustellen sein, darüberhinaus wurde darauf geachtet, dass er bei sehr vielen Straßenbahnbetrieben einsetzbar ist, um Spezialentwicklungen zu vermeiden — auch das ist ein Teil der »Gleichschaltung« im dritten Reich. Untypisch für Münchner Wagen wurde der KSW bei der Firma Fuchs in Heidelberg gebaut, daher hat er seinen Spitznamen. Sehr viele Betriebe haben noch derartige Wagen in ihrem Museumsbestand, mit unterschiedlichsten Lackierungen und verschiedensten Inneneinrichtungen…


7 Kommentare zu “Da fehlt doch was…?!”

  1. Rob sagt:

    Das ist ja mal eine gute Nachricht! Seit der Umstellung auf 750 Volt gibt es ja in München leider nur noch sehr wenige fahrfähige Museumsfahrzeuge. Wird der J-Wagen komplett umgerüstet, so dass alle Fahrstufen nutzbar sind? Bei den anderen Wagen wurde ja bei der Umrüstung gespart, so dass sie seitdem keine Beiwagen mehr ziehen können. Wäre schade wenn es dem „Heidelberger“ genauso ergehen würde…

  2. Rolf Ullrich sagt:

    Mein Lieblingsfahrzeug war immer der K-Wagen mit dem originellen Tonnendach. Leider ist kein Exemplar dieses Typs auf uns gekommen. Was die Nazis betrifft, so war eine ideologische Beschäftigung mit der unheldischen Tram wohl nicht angebracht. Gleichwohl brauchte man dieses Verkehrsmittel noch, da bis Mitte der 50er Jahre der Omnibusbetrieb in den Kinderschuhen steckte. So konnten die Ingenieure wohl relativ unabhängig an ihren Einheitslokomotiven und -straßenbahnen arbeiten. Ich muss auch den 68ern Recht geben, die immer behauptet haben, dass sich im Vergleich zu den Nazis bis heute in vieler Hinsicht kaum etwas geändert hat.

  3. Daniel Schuhmann sagt:

    @Rob: Er bekommt eine komplette Umrüstung und wird damit auch nicht der letzte sein… 😉

  4. Jonas H. sagt:

    …Beiwagenbetrieb wird es im neuen Jahr auch geben 😉

  5. Da Meicho sagt:

    Na ja, wird ja auch Zeit!
    Und wo bleibt der zweite Beiwagen für „den“ Dreiwagenzug?
    Der 3113 gammelt vor sich hin…

  6. Tramgeschichten.de » Artikel » MVG-Museum am Sonntag geöffnet sagt:

    […] 2010, öffnet wieder das MVG-Museum in der Ständlerstraße seine Pforten für die Besucher. Da der Heidelberger-Zug derzeit in Revision ist, wurde der Platz anderweitig genutzt: So kann zur Zeit ein M/M/m-Dreiwagenzug besichtigt werden, […]

  7. davoika sagt:

    Die Fahrmotoren des 721 werden neu gewickelt, dazu kommt allerlei elektronischer Schnickschnack, dass dauert bis etwa Sommer 2010.

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