Der Kampf um das Semesterticket

Tarif Von: Daniel Schuhmann

Es wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk gewesen: Heute, da der Arbeitskreis Semesterticket sein fünfjähriges Bestehen feiert, wäre es eine besondere Freude gewesen, nach langem und zähem Kampf den Durchbruch des Semestertickets zu präsentieren. Dem ist leider nicht so…

Für Studenten nicht billig: Nutzung des Ausbildungstarif II

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»Aus für das Semesterticket«, so ist es heute in den Münchner Zeitungen zu lesen. Nein, nichts ist entschieden, alles ist möglich, so die einhellige Meinung des AK Semesterticket.

In den vergangenen Tagen waren die Studentinnen und Studenten aufgerufen, über das Semesterticket abzustimmen. Das Angebot, das der MVV präsentieren konnte, machte bei weitem nicht alle glücklich, aber es wäre immerhin ein Schritt in die richtige Richtung gewesen: Basierend auf dem »Stuttgarter Modell« sollte ein Sockelticket mit einem Grundbetrag von 70 Euro je Semester auf den Weg gebracht werden. Die Verhandlungen mit dem MVV begannen bereits 2007 und zogen sich über zwei Jahre hin. Von den Studierendenvertretern wurde ein Modell mit erhelblich günstigerem Sockelbetrag vorgeschlagen — in Stuttgart zahlen die Studenten nur 35 Euro pro Semester.

Eine Auflage des MVV zur Einführung des Tickets war eine Abstimmung an den drei Universitäten: Nur wenn alle drei zustimmen, sollte der Studentenfahrschein eingeführt werden.

An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), die im Stadtzentrum liegt, wurde das Semesterticket mit 52,1 % der Stimmen abgelehnt, hier wurde der Sockelbetrag als deutlich zu hoch angesehen.

Größte Zustimmung hingegen gab es bei der Technischen Universität München (TUM), welche mit der U6 in Garching erreicht werden kann. Nicht weniger als 82,5 % sprachen sich für die Einführung des Tickets aus, zudem war hier auch die Wahlbeteiligung am höchsten. Kein Wunder, ist doch die Fahrt nach Garching — außerhalb des Innenraums — extrem teuer.

Christian Briegel vom AK Semesterticket bringt es auf den Punkt: »Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall. Nun ist es an der Politik, einem Semesterticket auf den Weg zu helfen.«


3 Kommentare zu “Der Kampf um das Semesterticket”

  1. Stef sagt:

    Die Darstellung, die LMU läge im Stadtzentrum und die TUM wäre mit der U6 in Garching zu erreichen, ist allerdings überaus ungenau: die Einrichtungen beider Universitäten sind relativ großräumig über das Stadtgebiet und teilweise auch außerhalb verteilt, sodass sich je nach gewähltem/n Studienfach und zugehörigen Veranstaltungen die zurückzulegenden Wege enorm verkürzen bzw. verlängern können.

  2. Julian sagt:

    @Stef: Deine Aussage stimmt, allerdings muss man bedenken, dass die großen Studiengänge der LMU in der Innenstadt stattfinden, z.B. Jura, BWL, Germanistik…, während die meisten Studiengänge der TU außerhalb der Stadt unterrichtet werden. Insofern spiel es doch eine Rolle, wo sich die Uni, bzw. der Hauptteil der Veranstaltungen, befinden.

  3. Tramgeschichten.de » Artikel » Semesterticket: Versuch für zwei Jahre? sagt:

    […] Abstimmung Ende 2009 sah nicht rosig aus: Zwar sprachen sich bei der TU München über 82 Prozent für die Einführung des Semestertickets […]

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