Schienenbrüche: Provisorium ab 11. Januar

Baustellen, Bilder, Störungen, Umleitungen Von: Daniel Schuhmann

»Diese Situation ist auch für uns einmalig. So wie es jetzt aussieht, sind unsere Kunden und wir möglicherweise Opfer eines Fabrikationsfehlers.« Hart klingt die Kritik von MVG-Chef Herbert König.

Gleisbruch am Stachus: Neue Erkenntnisse

Gleisbruch am Stachus: Neue Erkenntnisse

Nach einer gestern neuerlich durchgeführten Untersuchung durch MVG und Fachgutachter wurde festgestellt, dass sich die Gleisbrüche alle auf einer Gleiskreuzungskonstruktion befinden, die im Jahr 2006 von einer Fremdfirma vorgefertigt und an die Baustelle geliefert wurde.

Den Gutachtern erscheint es damit wahrscheinlich, dass die Brüche aufgrund von Materialfehlern aufgetreten sind. Die Gleiskreuzung soll nun ausgebaut und von einer Materialprüfungsanstalt genauer untersucht werden, um den Befund abzusichern.

Schweißen nicht möglich

Der ursprüngliche Plan, die Gleislücken zu schweißen, kann daher nicht durchgeführt werden, stattdessen muss die gesamte Gleiskreuzung ausgebaut und ersetzt werden. Die Fertigung einer solchen Sonderkonstruktion dauert jedoch längere Zeit. In Anbetracht dieser Tatsache ist die derzeitige Planung sehr sportlich: Die SWM/MVG planen den Einbau der neuen Gleiskreuzung in den Osterferien.

Die Gleisbrüche werden nicht geschweißt, die Gleiskreuzung wird ersetzt

Die Gleisbrüche werden nicht geschweißt, die Gleiskreuzung wird ersetzt

Provisorische Lösung

Natürlich soll dennoch alsbald ein planmäßiger Trambetrieb wiederhergestellt werden. Daher wird nach dem Ausbau der schadhaften Gleiskreuzung eine provisorische Gleisverbindung der Linie 27 eingebaut: Die Weichen und Kreuzungen werden hierbei nicht eingebaut, so dass die Verbindung zur Prielmayerstraße unterbrochen wird.

Die Linie 19 wird in dieser Zeit über die Bayerstraße umgeleitet. Dadurch müssen allerdings die Halte am Hauptbahnhof sowie am Karlsplatz entfallen.

Lage der Gleise am Karlsplatz (Stachus)

Lage der Gleise am Karlsplatz (Stachus)

Lage der schadhaften Gleiskreuzung

Lage der schadhaften Gleiskreuzung

Situation mit provisorischer Gleisverbindung

Situation mit provisorischer Gleisverbindung

Bereits am Montag soll es soweit sein: Auch am heutigen Feiertag wird gearbeitet, damit am 11. Januar 2009 zumindest die Tram 27 wieder wie gewohnt fahren kann.

Umleitung der Tram 19 am Justizpalast: Dieser Zustand wird noch bis zum Ende der Osterferien andauern.

Umleitung der Tram 19 am Justizpalast: Dieser Zustand wird noch bis zum Ende der Osterferien andauern.

Aktualisierter Trambahnnetzplan

Aufgrund der neuen Situation am Stachus ab 11. Januar wurde auch der Tramgeschichten-Netzplan angepasst und stellt die neue Linienführung der Tram 19 dar.

Netzplanausschnitt: Neue Linienführung der Tram 19 ab 11. Januar 2010

Netzplanausschnitt: Neue Linienführung der Tram 19 ab 11. Januar 2010


12 Kommentare zu “Schienenbrüche: Provisorium ab 11. Januar”

  1. Christian sagt:

    Zu dumm, dass man mit Einbau der Wendeschleife für die Linie 20/21 die Bahnsteige am Stachus in der Bayerstr. abgebaut hat. Die könnte man jetzt gut gebrauchen.

  2. Christian Thome sagt:

    Vorallem warum leitet man net den 27er über Hbf um, weil dann könnte der 19er auch Stachus anfahren.

  3. Stoffl sagt:

    Abgebaut ist nichts, sondern aufgebaut, die Entfernung von paar Metallsperren und ein provisorisches Haltestellen-Schild ( aus wohl gesetzlichen Gründen ) aufgstellt wird zwar kein juristisches Problem sein, eher wohl ein organistorisches, da das keiner will.

  4. Christian Hirschmann sagt:

    Wie soll das mit dem 19er denn funktionieren, wenn das Provisorium nordwärts geradeaus verläuft und nicht abzweigend?

  5. Rickay sagt:

    Sicher schade, daß die zwei Haltestellen nicht mehr sind, aber sonst hätte man das Wartegleis für die Linien20/21 nicht hinbekommen.

    Was mir noch einfallen würde, daß man auf den zwei Grünstreifen in der Sonnenstraße zwischen Prielmayerstraße und Elisenstraße Provisorische Haltestellen anlegt. Der Platz dort ist allerdings recht eng und der Weg zu einer Ampel oder gar Treppe in den Untergrund nur sehr schwer machbar.

  6. Don Martino sagt:

    @Rickay:

    Nö, das ist doch ganz einfach: Autoverkehr in der Sonnenstraße komplett sperren, und schon hat man Platz ohne Ende. Das wär mein Lösungsvorschlag.

  7. Claus sagt:

    Also was ich auch nicht verstehe ist, wieso man das Provisorium geradeaus (27er) einbaut. In Abbiegerichtung könnten sonst sowohl der 19er (normal) als auch der 27er (mit einem kleinen Umweg über Hbf.) wieder fahren und man hätte kein Haltestellenproblem…

  8. Rickay sagt:

    >>Also was ich auch nicht verstehe ist, wieso man das Provisorium geradeaus (27er) einbaut.<<

    Das dürfte technische Gründe haben – eine Gerade einzubauen ist bei weitem nicht so problematisch, als bei den aktuellen Temperaturen Vorort einen Bogen einzupassen.
    Zudem dürfte dafür kaum noch Material, Know-how und Personal zur Verfügung stehen, da Gleisbau fast vollständig heutzutage an Fremdfirmen vergeben wird.
    Da reichen "die Jungs mit der Lötlampe" nicht mehr aus.

  9. Thomas Groetschel sagt:

    @Christian Hirschmann:

    Ich nehme an, dass die Verzweigung 19 St.-Veit-Straße und 27 Petuelring bereits südlich des Provisoriums stattfindet, und die 19 St.-Veit-Straße dann östlich am Provisorium vorbeifährt. Das entspricht doch auch dem obigen Plan „Situation mit provisorischer Gleisverbindung“.

  10. khoianh sagt:

    Wenn man den 27er über den Hauptbahnhof umleiten würde, müsste man dort auch den Fahrplan auf den Kopf stellen. Die Zeit, die die Linie 19 bei der sicherlich verringerten Geschwindigkeit auf dem Provisorium verliert, holt er durch die fehlenden Halte zumindest wieder ein.

    Mitten auf dem Sauschwanzl eine provisorische Haltestelle einrichten würde wohl an der dort dreigleisigen Führung und der ziemlich eingeschränkten Platzverhältnisse scheitern.

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