Schienenbrüche: Provisorium ab 11. Januar
Baustellen, Bilder, Störungen und Umleitungen Kommentar schreiben»Diese Situation ist auch für uns einmalig. So wie es jetzt aussieht, sind unsere Kunden und wir möglicherweise Opfer eines Fabrikationsfehlers.« Hart klingt die Kritik von MVG-Chef Herbert König.
Nach einer gestern neuerlich durchgeführten Untersuchung durch MVG und Fachgutachter wurde festgestellt, dass sich die Gleisbrüche alle auf einer Gleiskreuzungskonstruktion befinden, die im Jahr 2006 von einer Fremdfirma vorgefertigt und an die Baustelle geliefert wurde.
Den Gutachtern erscheint es damit wahrscheinlich, dass die Brüche aufgrund von Materialfehlern aufgetreten sind. Die Gleiskreuzung soll nun ausgebaut und von einer Materialprüfungsanstalt genauer untersucht werden, um den Befund abzusichern.
Schweißen nicht möglich
Der ursprüngliche Plan, die Gleislücken zu schweißen, kann daher nicht durchgeführt werden, stattdessen muss die gesamte Gleiskreuzung ausgebaut und ersetzt werden. Die Fertigung einer solchen Sonderkonstruktion dauert jedoch längere Zeit. In Anbetracht dieser Tatsache ist die derzeitige Planung sehr sportlich: Die SWM/MVG planen den Einbau der neuen Gleiskreuzung in den Osterferien.
Provisorische Lösung
Natürlich soll dennoch alsbald ein planmäßiger Trambetrieb wiederhergestellt werden. Daher wird nach dem Ausbau der schadhaften Gleiskreuzung eine provisorische Gleisverbindung der Linie 27 eingebaut: Die Weichen und Kreuzungen werden hierbei nicht eingebaut, so dass die Verbindung zur Prielmayerstraße unterbrochen wird.
Die Linie 19 wird in dieser Zeit über die Bayerstraße umgeleitet. Dadurch müssen allerdings die Halte am Hauptbahnhof sowie am Karlsplatz entfallen.

Lage der Gleise am Karlsplatz (Stachus)

Lage der schadhaften Gleiskreuzung

Situation mit provisorischer Gleisverbindung
Bereits am Montag soll es soweit sein: Auch am heutigen Feiertag wird gearbeitet, damit am 11. Januar 2009 zumindest die Tram 27 wieder wie gewohnt fahren kann.

Umleitung der Tram 19 am Justizpalast: Dieser Zustand wird noch bis zum Ende der Osterferien andauern.
Aktualisierter Trambahnnetzplan
Aufgrund der neuen Situation am Stachus ab 11. Januar wurde auch der Tramgeschichten-Netzplan angepasst und stellt die neue Linienführung der Tram 19 dar.



6. Januar 2010 um 12:33 Uhr
Zu dumm, dass man mit Einbau der Wendeschleife für die Linie 20/21 die Bahnsteige am Stachus in der Bayerstr. abgebaut hat. Die könnte man jetzt gut gebrauchen.
6. Januar 2010 um 20:12 Uhr
Vorallem warum leitet man net den 27er über Hbf um, weil dann könnte der 19er auch Stachus anfahren.
7. Januar 2010 um 06:59 Uhr
Abgebaut ist nichts, sondern aufgebaut, die Entfernung von paar Metallsperren und ein provisorisches Haltestellen-Schild ( aus wohl gesetzlichen Gründen ) aufgstellt wird zwar kein juristisches Problem sein, eher wohl ein organistorisches, da das keiner will.
7. Januar 2010 um 09:51 Uhr
Wie soll das mit dem 19er denn funktionieren, wenn das Provisorium nordwärts geradeaus verläuft und nicht abzweigend?
7. Januar 2010 um 10:09 Uhr
Sicher schade, daß die zwei Haltestellen nicht mehr sind, aber sonst hätte man das Wartegleis für die Linien20/21 nicht hinbekommen.
Was mir noch einfallen würde, daß man auf den zwei Grünstreifen in der Sonnenstraße zwischen Prielmayerstraße und Elisenstraße Provisorische Haltestellen anlegt. Der Platz dort ist allerdings recht eng und der Weg zu einer Ampel oder gar Treppe in den Untergrund nur sehr schwer machbar.
7. Januar 2010 um 16:54 Uhr
@Rickay:
Nö, das ist doch ganz einfach: Autoverkehr in der Sonnenstraße komplett sperren, und schon hat man Platz ohne Ende. Das wär mein Lösungsvorschlag.
7. Januar 2010 um 18:00 Uhr
Also was ich auch nicht verstehe ist, wieso man das Provisorium geradeaus (27er) einbaut. In Abbiegerichtung könnten sonst sowohl der 19er (normal) als auch der 27er (mit einem kleinen Umweg über Hbf.) wieder fahren und man hätte kein Haltestellenproblem…
7. Januar 2010 um 18:53 Uhr
>>Also was ich auch nicht verstehe ist, wieso man das Provisorium geradeaus (27er) einbaut.<<
Das dürfte technische Gründe haben – eine Gerade einzubauen ist bei weitem nicht so problematisch, als bei den aktuellen Temperaturen Vorort einen Bogen einzupassen.
Zudem dürfte dafür kaum noch Material, Know-how und Personal zur Verfügung stehen, da Gleisbau fast vollständig heutzutage an Fremdfirmen vergeben wird.
Da reichen "die Jungs mit der Lötlampe" nicht mehr aus.
7. Januar 2010 um 18:55 Uhr
@Christian Hirschmann:
Ich nehme an, dass die Verzweigung 19 St.-Veit-Straße und 27 Petuelring bereits südlich des Provisoriums stattfindet, und die 19 St.-Veit-Straße dann östlich am Provisorium vorbeifährt. Das entspricht doch auch dem obigen Plan “Situation mit provisorischer Gleisverbindung”.
7. Januar 2010 um 22:48 Uhr
Wenn man den 27er über den Hauptbahnhof umleiten würde, müsste man dort auch den Fahrplan auf den Kopf stellen. Die Zeit, die die Linie 19 bei der sicherlich verringerten Geschwindigkeit auf dem Provisorium verliert, holt er durch die fehlenden Halte zumindest wieder ein.
Mitten auf dem Sauschwanzl eine provisorische Haltestelle einrichten würde wohl an der dort dreigleisigen Führung und der ziemlich eingeschränkten Platzverhältnisse scheitern.
8. Januar 2010 um 13:49 Uhr
Zur Korrektur:
Am 8. Januar 2010 kurz vor 13 Uhr sah es so aus, als ob Bauutensilien aufgeräumt wurden. Beim Provisorium wurde nur für das westliche Gleis eine Verbindung geschaffen. Dort gibt es ein Verbindungsstück in Schotter. Die Züge Richtung Petuelring und St.-Veit-Straße fahren gemeinsam östlich des Provisoriums vorbei und trennen sich erst weiter nördlich. Die Linie 27 in nördliche Richtung fährt also ein Stück auf einem Gleis, das vor Feststellung der Gleisbrüche nur von der Linie 19 benutzt wurde. Ein weiterer Grund, warum man beim Provisorium lieber die Linie 27 und nicht die Linie 19 verbunden hat, könnte also sein, dass man nur für ein Gleis eine Verbindung schaffen musste. Am Provisorium gibt es nun eine Lücke in den Schienensträngen, die mir größer vorkommt als am 3. Januar 2010 bei den Gleisbrüchen.
27. März 2010 um 17:34 Uhr
[...] werden die Trambahnen nicht wie gewohnt fahren. Die wichtigste Baustelle ist wohl die Gleiskreuzung am Stachus: Am 3. Januar traten am Karlsplatz rätselhafte Schienenbrüche auf, die — wie sich [...]