Müllerstraße: Schienenbruch-Reparatur

Bilder, Fahrplan, Betrieb, Störungen, Umleitungen Von: Daniel Schuhmann

Heute mussten aufgrund eines Schienenbruchs in der Müllerstraße die Linien 17, 18 und 27 geteilt und durch Busse ersetzt werden. Die MVG sprach in den Durchsagen und Tickertexten lediglich von einer »Betriebsstörung« — die Bezeichnung »Schienenbruch« ist durch die jüngsten Ereignisse am Stachus negativ belastet.

Das defekte Gleisstück wird mit einem Trennschneider herausgeschnitten

Das defekte Gleisstück wird mit einem Trennschneider herausgeschnitten

Durch die zentrale Lage in der Müllerstraße nahe der viel befahrenen Wendeschleife am Sendlinger Tor mussten alle hier verkehrenden Linien unterbrochen und auf Teilstücken durch Busse ersetzt werden.

Viel Zeit und mehrere Trennscheiben werden benötigt, um die Schiene zu durchtrennen

Viel Zeit und mehrere Trennscheiben werden benötigt, um die Schiene zu durchtrennen

Das alte Gleisstück wird herausgehoben

Das alte Gleisstück wird herausgehoben

Das neue Gleisstück wird eingepasst

Das neue Gleisstück wird eingepasst

Mit einem Schienenbohrer werden die benachbarten Schienen angebohrt

Mit einem Schienenbohrer werden die benachbarten Schienen angebohrt

Nun können die Schienen verlascht werden. Das Schweißen der Schiene ist aufgrund der Kälte nicht möglich.

Nun können die Schienen verlascht werden. Das Schweißen der Schiene ist aufgrund der Kälte nicht möglich.

Für die Gewindestangen werden Löcher in den Beton gebohrt, die mit Spezialdübeln besetzt werden.

Für die Gewindestangen werden Löcher in den Beton gebohrt, die mit Spezialdübeln besetzt werden.

Neben dem Anschluss der Erdungskabel fehlt noch das Schleifen des Schienenprofils

Neben dem Anschluss der Erdungskabel fehlt noch das Schleifen des Schienenprofils


10 Kommentare zu “Müllerstraße: Schienenbruch-Reparatur”

  1. TramPolin sagt:

    Sehr gut dokumentiert. Man muss ja bald nicht mehr selbst vor die Türe gehen, sondern nur noch Tramgeschichten lesen. Das Stubenhocken aber wiederum ist nicht gut für die Gesundheit… 😀

  2. Roland sagt:

    Wurden in der Müllerstraße nicht auch vor einiger Zeit die Schienen saniert? Gleiches Materialproblem wie am Stachus?

  3. antonius sagt:

    Tja, bei einem modernen BRT-System hätten wir nicht ständig den Ärger mit Gleisschäden an frisch sanierten Strecken !

  4. Daniel Schuhmann sagt:

    Interessanterweise unterliegt auch eine Teer- und sogar eine Betonstraße einem gewissen Verschleiß.

  5. antonius sagt:

    Es geht hier auch nicht um normalen Verschleiß, sondern um die simple Tatsache, daß in München seit einigen Jahren permanent Probleme mit den “ sanierten “ Streassenbahnstrecken auftretetn. Eine Beton- oder Asphaltfahrbahn ist dann doch etwas wartungsfreundlicher .

  6. khoianh sagt:

    Und wenn die Gleise mal nach 30 (!) Jahren hinüber sind, saniert man die darüberliegende Straße ja gleich mit. Das scheinen die meisten Autofahrer-Lobbyisten wohl zu vergessen, wenn sie darüber meckern, dass „ihre Straße wegen der ach so blöden Trambahn wieder aufgerissen wird“.

  7. Stef sagt:

    Ganz zu Schweigen von der Tatsache, dass die Belastung durch Busse einem Vielfachen der Gesamtbelastung durch den MIV entspricht. Besonders schön sichtbar z.B. an den herrlichen Bremsspuren in der Englschalkinger Str.!

  8. khoianh sagt:

    @antonius: Wer sagt, dass Straßenbauarbeiten immer zu 100% reiblungslos ablaufen? Dass wegen Baumängeln oder wegen Kälte mal eine Straße aufreißt passiert immer noch deutlich öfter als ein Schienenbruch bei der Tram.

  9. frizzz sagt:

    also schienenbrüche sind
    1. ein zeichen hinausgezögerter wartung
    2. die direkte ursache der neuen, schweren züge und GANZ BESONDERS der hohen beschleunigung derselben.
    die schlecht ausgebildeten fahrer identifizieren sich nimmer mit dem beruf, und fahren auf verschleiss.
    da wird eben auch in kurven „gas“ gegeben- und die wagen ziehen an wie ein pkw- diese mikroerschütterungen sind es die jedes gleis zerstören- sehr schön sieht man es auf schotterpisten die schnell befahren werden. innerhalb kurzer zeit entstehen löcher, die immer grösser werden.

    das „schienenbrucherforschungsteam“ kann sich der mvv sparen-
    einfach eine „bremse“ einbauen, die erst ab 35 kmh die volle kraft bereitstellt

  10. Michi G. sagt:

    Schwere, neue Züge? P-Wagen: 39,5t – R-Wagen 31,0t
    Welcher Zug ist da jetzt schwerer?
    Eine Leistungsbeschränkung bis 35km/h? Damit die Kisten noch schlechter ziehen, wahrscheinlich bei gleichbleibenden oder nochmal gekürzten Fahrzeiten im Fahrplan? Na danke. Dann stellen wir lieber gleich den Betrieb ein, das macht weniger Ärger…

    So eine Begrenzung gab es schon mal, u.a. in Freiburg in den Combinos, um (vor der Dachsanierung bzw. -verstärkung) die Kräfte im Wagenkasten zu begrenzen: war das Fahrzeug nicht gestreckt, wurde die Antriebsleistung reduziert bzw. oberhalb einer bestimmten Geschwindigkeit ganz abgeschaltet (man konnte also nicht weiter beschleunigen). Das sollte in Kurven die im Wagenkasten auftretenden Kräfte begrenzen.
    Was haben die Fahrer daraus „gelernt“? Begrenzung in der Kurve –> langsamer fahren müssen –> Fahrzeitverlust.
    Um trotzdem den Fahrplan halten zu können, wurde also viel schneller als vorher in die Kurven eingefahren, um „mit Schwung“ die Kurven trotz Begrenzer schnell durchfahren zu können –> noch höhere Kräfte im Wagenkasten –> kontraproduktiv.

    Das Problem ist vielfältig, es wird an allen Stellen gespart: am Material, an den Schienen, an den Fahrzeugen, und auch an der Ausbildung der Fahrer. Mit einer Begrenzung der Fahrzeuge wird man den Problemen nicht Herr.

© 2008 - 2015 Tramgeschichten, Impressum, Theme & Icons von N.Design Studio und Freepik
Artikel RSS Kommentare RSS Anmelden