Spatenstich für die Tram nach St. Emmeram

Bilder, Neubaustrecken Von: Daniel Schuhmann

Das Wetter hätte die Stimmung nicht deutlicher ausdrücken können. Tief bewölkt war es, als die Festgäste in St. Emmeram an der zukünftigen Wendeschleife der Straßenbahn eintrafen. Doch beim Spatenstich selbst schaute die Sonne ‚raus — wenn das kein gutes Omen ist.

Die Freude steht OB Christian Ude (re.) ins Gesicht geschrieben. Auch MVG-Chef Herbert König (mi., »Das artet ja fast in Arbeit aus«) nimmt's mit Humor. Links der stellvertretende Vorsitzende des BA13 Bogenhausen, Ulrich Tetzner

Die Freude steht OB Christian Ude (re.) ins Gesicht geschrieben. Auch MVG-Chef Herbert König (mi., »Das artet ja fast in Arbeit aus«) nimmt's mit Humor. Links der stellvertretende Vorsitzende des BA13 Bogenhausen, Ulrich Tetzner

Anders als beim Tram 23-Spatenstich war Handarbeit angesagt: MVG-Chef Herbert König, Oberbürgermeister Christian Ude und stellvertretender BA-Vorsitzender Ulrich Tetzner stapften in Gummistiefeln durch die Erde und benutzten statt eines Baggers richtige Spaten.

Mit dem Spatenstich beginnen nun formal die Bauarbeiten für Münchens neueste — und den Visualisierungen nach Münchens schönste — Trambahnlinie. Sicher, die ersten vorbereitenden Arbeiten wurden schon durchgeführt, aber nun »wird es ernst«: Bereits nach Pfingsten beginnen vorbereitende Arbeiten für den Gleisbau. Hierzu gehören die Fundamente der Fahrleitungsmasten. Der eigentliche Gleisbau beginnt im Juli.

OB Christian Ude hielt fest, dass die Trambahn genau dort nützlich ist, wo sie gebraucht wird, beispielsweise, wenn Busse überlastet sind. Sie ersetzt keine U-Bahn, kostet aber im Vergleich aber auch nur ein Zehntel. Da, wo der Bus nicht ausreicht und sich die U-Bahn nicht lohnt, ist die Tram genau das richtige Verkehrsmittel.

OB Christian Ude hielt fest, dass die Trambahn genau dort nützlich ist, wo sie gebraucht wird, beispielsweise, wenn Busse überlastet sind. Sie ersetzt keine U-Bahn, kostet aber im Vergleich aber auch nur ein Zehntel. Da, wo der Bus nicht ausreicht und sich die U-Bahn nicht lohnt, ist die Tram genau das richtige Verkehrsmittel.

MVG-Chef Herbert König stellte klar, dass die Trambahn kein veraltetes Verkehrsmittel, sondern vielmehr zukunftsweisend ist: Alle reden von Elektromibilität, die MVG hat diese bereits seit 115 Jahren.

MVG-Chef Herbert König stellte klar, dass die Trambahn kein veraltetes Verkehrsmittel, sondern vielmehr zukunftsweisend ist: Alle reden von Elektromobilität, die MVG setzt auf diese bereits seit 115 Jahren.

Ulrich Tetzner (CSU), stellvertretender Vorsitzender des BA 13 Bogenhausen, ist ebenfalls für die Trambahn. Ihm ist die hohe Lebensqualität in Bogenhausen wichtig, die Trambahn gehört dazu.

Ulrich Tetzner (CSU), stellvertretender Vorsitzender des BA 13 Bogenhausen, ist ebenfalls für die Trambahn. Ihm ist die hohe Lebensqualität in Bogenhausen wichtig, die Trambahn gehört dazu.

Es wird auch höchste Zeit, wenn man bedenkt, wie lange die Münchner schon auf diese Trambahnstrecke warten. Die ersten Planungen gehen in die 1960er-Jahre zurück, hieraus stammt auch der Mittelstreifen in der Cosimastraße, der von Anfang an für die Straßenbahn reserviert war. Auch für die Englschalkinger Straße ist die Trambahn nichts neues: Sie fuhr hier bereits in den 1970er-Jahren bis zum Cosimapark, musste dann aber 1980 »vorübergehend« für die U-Bahn-Bauarbeiten am Arabellapark weichen. Manche Provisorien dauern ewig, so auch dieses: Bis heute enden die Linien 17 und 18 am Effnerplatz.

Welche der beiden Linien letztendlich nach St. Emmeram weiterfahren wird, ist noch nicht vollständig geklärt, klar ist aber, dass in der Hauptverkehrszeit von Anfang an beide Linien die Strecke befahren, wie MVG-Chef Herbert König deutlich machte.

Haltestelle Fritz-Meyer-Weg (Simulation: SWM/Atelier Fischkandl)

Haltestelle Fritz-Meyer-Weg (Simulation: SWM/Atelier Fischkandl)

Das Prädikat »schönste Trambahnstrecke« wird durch die Gestaltung der Strecke errungen: Das Fahrleitungssystem, die sogenannte »Seilgleiterfahrleitung«, ist besonders filigran. In der Schweiz entwickelt, kommt es inzwischen in vielen neuen Trambahnstrecken in Frankreich zum Einsatz. Die Fahrleitung kommt ohne zusätzliches Tragseil aus (Keine »ICE-Oberleitung«), wodurch auch die Masten besonders schlank ausfallen können. Die elektrische Leitungsfähigkeit erreicht das System durch ein zusätzliches Kabel, das im Boden verlegt und in regelmäßigen Abständen mit der Fahrleitung verbunden wird.

Am Effnerplatz durchquert die Trambahn das Kunstbauwerk "Mae West" (Simulation: SWM/Atelier Fischkandl)

Am Effnerplatz durchquert die Trambahn das Kunstbauwerk "Mae West" (Simulation: SWM/Atelier Fischkandl)

Auch die Gleisgestaltung orientiert sich an französischen Trambahnstrecken: Kurzer Rasen im Gleisbereich, der bündig abschließt, im Randbereich blühen Wiesenblumen und Kräuter, die farbliche Akzente setzen. Die Haltestellen werden mit jeweils acht bis zehn Bäumen begrünt, um die Bahnsteige hervorzuheben. Angenehme Akzente setzt hierbei auch die Beleuchtung.

Besonderes Highlight der Strecke wird das 52 Meter hohe Kunstbauwerk »Mae West« mitten auf dem Effnerplatz, durch das die Trambahn hindurchfahren wird.

Am Ende des Spatenstichs wurde die Strecke mit drei Bussen besichtigt.

Drei Busse stehen für die Besichtigung der Trasse bereit

Drei Busse stehen für die Besichtigung der Trasse bereit

Der neue Cosima-Express soll im Herbst 2011 fertig sein, laut MVG-Chef König wird auf eine Eröffnung im September oder Oktober hingearbeitet.


Ein Kommentar zu “Spatenstich für die Tram nach St. Emmeram”

  1. Rickay sagt:

    An einigen Stellen sind bereits die Fundamente für die Gleise gesetzt und einige Schienenteile liegen auch schon zum Einbau bereit. Auch die Rohrhalterungen für die zukünftigen Oberleitungsmasten werden schon rege verbaut. Auch die Endstation Effnerplatz verändert momentan fast täglich ihr Gesicht
    Ein Bildbericht wäre für alle, die nicht wie ich ständig an die Baustelle können schön…Vielleicht kann ja jemand von Tramgeschichten mal ein paar Bilder für alle anderen machen? Würde ja gerne aushelfen, jedoch hat mein Foto mal wieder den Geist aufgegeben. Und meine „Kasse“ ähnelt der des Bundes.

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