Was macht man, wenn es nur einen Straßenbahnbetriebshof gibt und dieser nicht erreicht werden kann? Diese Frage brachte die Verantwortlichen bei der MVG sicher zum Grübeln: Eine Baumaßnahme an der Kreuzung Grillparzerstraße sorgte dafür, dass die Straßenbahnzüge zwei Nächte nicht einrücken konnten.

Einweisung zur Nachtabstellung: Die richtige Position der Wagen ist wichtig, damit es beim Ausrücken kein Chaos gibt
Das hört sich recht unspektakulär an, bringt aber durchaus einige Probleme mit sich: Nicht weniger als 43 Züge — fast die Hälfte des Einsatzbestandes — mussten unter freiem Himmel abgestellt werden.
Der Platz in den Wendeschleifen reicht hierfür bei weitem nicht aus, weshalb sich die MVG zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschloss: Ein Streckenteil der Linie 12 im Bereich der Schweren-Reiter-Straße wurde gesperrt und die in den Abendstunden recht schwach frequentierte Linie im Schienenersatzverkehr gefahren. Dadurch war auf dem Streckengleis zwischen Leonrodplatz und Nordbad Platz für 17 bzw. 16 Züge je Richtung. Weitere zehn Züge konnten bereits unter laufendem Betrieb der Linie 12 in die Ackermannschleife einrücken.
Die Züge wurden hier die ganze Nacht — selbstverständlich unter Bewachung — abgestellt und rückten am nächsten Morgen auch von hier wieder aus, was einige merkwürdige Ein- und Ausrückwege zur Folge hatte. Einige Züge hatten stattdessen das Privileg, in die Hauptwerkstätte einrücken zu dürfen.










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