Ungläubige Blicke gab es vor zwei Tagen, als Variobahn 2302 plötzlich nicht auf der Linie 19, sondern wieder auf der Linie 21 zum Einsatz kam. Die Ruhe vor dem Sturm? — nein, eher der Sturm vor der Ruhe. Denn in den nächsten Tagen wird es still um die Variobahn.

2302 verlässt die Haltestelle Olympiapark West und fährt weiter in Richtung Westfriedhof (Bild: Frederik Buchleitner)
»In Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde nimmt die Münchner Verkehrsgesellschaft die neuen Variobahnen vorübergehend aus dem Fahrgastbetrieb«, so heißt es in einer Pressemeldung der MVG. Grund ist die Zulassung für die neuen fünfteiligen Züge, die sich verzögert.
Groß ist der Einsatzbestand ohnehin nicht: Nachdem auch Wagen 2303 wegen eines Unfallschadens steht, Wagen 2304 noch keine Zulassung erhalten hat und der erstgelieferte Wagen 2301 zum Akkueinbau zum Herstellerwerk in Berlin-Pankow gebracht wurde, war ohnehin nur Werbewagen 2302 im Einsatz. Dieser wird nun für die Abnahmefahrten dringend gebraucht. Der Zeitpunkt ist günstig: Ab Montag beginnen im Vorlauf der Sommerferien Bauarbeiten auf der Linie 17; der Nordast am Maxmonument wird durch Busse bedient. Dadurch wirkt sich das Fehlen der Variobahnen nicht negativ auf den Einsatzbestand aus.

Variobahn 2302 quert die Heideckstraße um die Haltestelle Goethe-Institut zu erreichen (Bild: Frederik Buchleitner)
Die MVG weist darauf hin, dass die Zulassung der Straßenbahnzüge — gern mit dem TÜV bei Autos verglichen — ungleich komplizierter ist: Jedes Schienenfahrzeug muss spezifisch für das Netz, in dem es zum Einsatz kommt, zugelassen werden. Die zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB), in unserem Fall die Regierung von Oberbayern, ist nicht überall dieselbe. Und auch Umfang und Ablauf der Abnahmeprozedur schwanken, so ist es zu erklären, dass ein scheinbar baugleiches Fahrzeug bei anderen Betrieben wesentlich schneller »auf die Gleise kommt« als hierzulande.
Etwa sieben Monate sind die Züge im Fahrgasteinsatz, zuvor waren sie fast ein halbes Jahr im Testbetrieb. »Der praktische Nachweis, dass im Bereich des Lichtraumprofils keine Probleme auftreten, ist also längst erbracht. Dieser muss jedoch für eine endgültige Abnahme und Zulassung durch die TAB auch als rechnerischer Nachweis mit Bestätigung durch den Gutachter vorliegen.« — so Michael Richarz, Ressortleiter Schiene und Betriebsleiter bei MVG/SWM. Die MVG hofft nun, die endgültige Abnahme so schnell wie möglich zu erreichen. Zu diesem Zweck werden alle Beteiligten in der nächsten Woche am runden Tisch zusammentreffen.
17. Juli 2010 um 08:32 Uhr
Damit kannst du ja dann dein Variobahn Kalender entfernen, weil die sind ja dann nimmer im Einsatz.
17. Juli 2010 um 19:11 Uhr
Sie hat schon ein Schild vorne dran (2302) “Nicht fahrbereit!” in rot :S
18. Juli 2010 um 00:33 Uhr
Tja, Pankow braucht seine Sonderzüge ins Werk
19. Juli 2010 um 21:42 Uhr
Aua!
»Die MVG weißt darauf hin«
Sicher, dass sie nicht darauf hinschwarzt? Oder – ganz CI-konform – vielleicht hintaubenblaut? Nur so als kleiner Hingrün an den Verfasser, dieses Wort hat gar nichts mit einer Farbe zu tun.
Schöne Grüße,
Alexander
22. Juli 2010 um 10:31 Uhr
Ist für die kommende Dult wieder ein gehäufter P-Wageneinsatz geplant? Weiß einer schon was?
22. Juli 2010 um 20:15 Uhr
Was gab es denn heute so interessantes an der Leienfelsstraße???
25. Juli 2010 um 14:39 Uhr
Die Chance für die P-Wagen