Festprogramm: 115 Jahre elektrische Tram

Bilder, Historisches, Sonderfahrten Von: Daniel Schuhmann

Im Rahmen der Veranstaltung »Da sein für München« feiert die Münchner Verkehrsgesellschaft das 115-jährige Jubiläum am 11. September 2010 mit einem großen Festprogramm.

Raus aus dem Museum: Wagen 256 wird der erste Wagen im Korso sein

Raus aus dem Museum: Wagen 256 wird der erste elektrische Wagen im Korso sein

Zum Auftakt wird ein langer Korso vom Max II-Denkmal über die Maximilianstraße bis zur Theatinerstraße fahren.

Dieser startet nach Aufstellung der Wagen auf der Maximiliansbrücke gegen 10 Uhr. Angeführt wird er vom Pferdebahnwagen, in dem der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, Kommunalreferentin Gabriele Friderich und MVG-Geschäftsführer Herbert König Platz nehmen. Während der Pferdebahnwagen die Prominenz direkt zum Marienplatz bringt – hier eröffnet der OB Christian Ude den Aktionstag »Da sein für München« und Herbert König spricht zum Thema »115 Jahre Elektromobilität« – rollen die elektrischen Trambahnen weiter über den Stachus bis zum Sendlinger Tor.

Viele historische Bahnen im Einsatz

Erstmals seit dem großen Jubiläumskorso im Jahr 2001 werden wieder viele historische Trambahnen durch die Stadt rollen. Geplant ist der Einsatz folgender Fahrzeuge: Pferdebahnwagen 273, A-Triebwagen 256, D-Wagen 490 mit f-Beiwagen 1401, Heidelberger-Triebwagen 721, M4-Wagen 2412 mit Beiwagen 3407 (MünchenTram), P-Wagen 2005 mit Beiwagen 3005, R2-Triebwagen 2143 (Nachtlinie), Redesign-R2 2121 sowie R3-Triebwagen 2201.

Selten ist der D-Wagen im Einsatz - noch seltener mit Beiwagen

Selten ist der D-Wagen im Einsatz - noch seltener mit Beiwagen

Programm für die Museumslinien

Nach dem Eintreffen des Korsos am Sendlinger Tor bleiben die drei ältesten Fahrzeuge (A, D/f und J) in der Brunnenschleife, die anderen Züge fahren weiter über Müllerstraße und Isartor zum Maxmonument. Hier warten der M- sowie der P-Zug auf ihren Einsatz, alle modernen Wagen rücken hingegen in den Betriebshof 2 ein.

Um 11:15 Uhr beginnt der historische Linienverkehr auf der »Ringlinie 10« vom Sendlinger Tor über Stachus, Maximilianstraße, Maxmonument, Isartor und wieder zurück zum Sendlinger Tor. Die historischen Züge (D/f, J, M/m und P/p) fahren hier in einem Taktabstand von 5-7 Minuten. Der Ein- und Ausstieg ist an allen Haltestellen möglich, die Mitfahrt ist kostenlos. Die Wagen drehen ihre Runden bis 17 Uhr.

Um 11:30 Uhr beginnt der Pendelverkehr mit dem A-Triebwagen 256, der zwischen Sendlinger Tor und Karolinenplatz eingesetzt wird. Um eine Überfüllung des Wagens zu vermeiden, werden je Fahrt 25 Platzkarten ausgegeben, die am Sendlinger Tor kostenlos erhältlich sind. An den Haltestellen unterwegs wird nicht gehalten, die Abfahrt erfolgt bis 17 Uhr alle 30 Minuten vom Sendlinger Tor.

Wagen 2121 soll am Korso teilnehmen, aber nicht an den Fahrten der Ringlinie 10

Wagen 2121 soll am Korso teilnehmen, aber nicht an den Fahrten der Ringlinie 10

115 Jahre elektrische Trambahn – oder vielleicht sogar mehr?

Das Jahr 1895 gilt als Geburtsjahr der elektrischen Trambahn in München. Der elektrische Betrieb auf der ersten Strecke vom Färbergraben zum Isartalbahnhof wurde am 27. Juni 1895 genehmigt. Von da an war der Siegeszug der elektrischen Trambahn nicht mehr aufzuhalten: Die Elektrifizierung des Netzes wurde bereits im Jahr 1900 abgeschlossen. Zeitgleich beschaffte die Stadt München eine 250 Wagen umfassende Serie von modernen vierachsigen Triebwagen, die als Baureihe A bezeichnet wurden.

Die elektrische Trambahn an sich ist freilich viel älter: Am 1. Juni 1886 wurde von August Ungerer, dem Besitzer des »Schwabinger Würmbades«, das heute als Ungererbad bekannt ist, auf eigene Kosten eine elektrische Trambahn eröffnet, seinerzeit die dritte elektrische Trambahn in Deutschland. Diese »Ungererbahn« genannte Linie verband seine Badeanstalt mit der 750 Meter entfernten Endstation der Pferdebahn. Paradoxerweise musste sie im Jahr 1895 wegen unzureichender Kapazität eingestellt werden – gerade als die Elektrifizierung der Münchner Trambahn begann. Der noch existierende A-Wagen Nr. 256 ist der älteste erhaltene Wagen der Münchner Trambahn.


5 Kommentare zu “Festprogramm: 115 Jahre elektrische Tram”

  1. khoianh sagt:

    Hmm, dass die Variobahn nicht beim Korso mitfährt, ist natürlich nicht ganz optimal…

    Aber vielen Dank für die ausführlichen Infos.

  2. Stadtneurotiker sagt:

    Wird keine Variobahn eingesetzt?

  3. Friend sagt:

    wird variobahn nicht dabei sein

  4. Andi Mayer sagt:

    Na, cool.. Ist dann auch noch was im Betriebswerk oder ist da noch was??

  5. Rickay sagt:

    No weniger erfreuli find i, daß lediglich 300 Fahrgäst in den Genuß des A-Wagns kumma wern. Aber ma hat ja zum Pasinger Jubiläum gsehng, daß der Wagn ebm nimma
    der Jüngste is.

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