MVG stellt dritten Hybrid-Bus vor

Bilder, Fahrplan, Betrieb, Wissenswertes Von: Daniel Schuhmann

Déjà-vu-Erlebnis am Marienplatz? Schon zum dritten Mal stellte MVG-Chef Herbert König einen Hybridbus vor. Nach den Modellen von Solaris und MAN kommt der dritte Bus von Mercedes-Benz (EvoBus).

Vorstellung am Marienplatz: Der neue Hybridbus Citaro G BlueTec erhält die Wagennummer 5400

Vorstellung am Marienplatz: Der neue Hybridbus Citaro G BlueTec erhält die Wagennummer 5400 (Bild: Daniel Schuhmann)

Technisch kommt der Citaro G BlueTec-Gelenkbus dem MAN-Modell am nächsten: Es handelt sich um einene seriellen Hybrid, der Antrieb erfolgt rein elektrisch. Der Strom für die Motoren kommt von einem Generator, der von einem Dieselmotor angetrieben wird.

Herbert König: »Auf dem Weg zum rein elektrischen Fahrzeug stellt der Hybridbus eine interessante Übergangslösung dar«

Herbert König: »Auf dem Weg zum rein elektrischen Fahrzeug stellt der Hybridbus eine interessante Übergangslösung dar« (Bild: Daniel Schuhmann)

Gespannte Blicke in das Innere des neuen Busses

Gespannte Blicke in das Innere des neuen Busses (Bild: Daniel Schuhmann)

Herbert König lauscht den Ausführungen des Vertreters von Mercedes-Benz: Es war eine anspruchsvolle Aufgabe, den Zeitplan zu halten.

Herbert König lauscht den Ausführungen des Vertreters von Mercedes-Benz: Es war eine anspruchsvolle Aufgabe, den Zeitplan zu halten. (Bild: Daniel Schuhmann)

Symbolische Schlüsselübergabe auf dem Marienplatz

Symbolische Schlüsselübergabe auf dem Marienplatz (Bild: Daniel Schuhmann)

So umständlich das Verfahren auch wirkt — hier ist bereits eine Energieeinsparung zu erwarten: Der Motor eines konventionellen Gelenkbusses hat knapp 12 Liter Hubraum und wiegt eine Tonne. Durch den optimal gewählten Arbeitspunkt beim Dieselelektrischen Antrieb konnte die Motorleistung verringert werden: Das neue Modell hat lediglich 4,8 Liter Hubraum und wiegt mit 450 Kilogramm nicht einmal die Hälfte.

Einer von zwei Infomonitoren im Innenraum

Einer von zwei Infomonitoren im Innenraum (Bild: Daniel Schuhmann)

Für einen guten Wirkungsgrad sorgen auch die vier Radnabenmotoren mit je 80 kW, die ohne Getriebe auskommen. Beim Bremsen arbeiten sie als Generator und laden ebenfalls die Pufferbatterien auf. Das Abfahren von der Haltestelle erfolgt dann rein elektrisch. Mit entsprechender Batterieladung kann der Bus auch mehrere Kilometer rein elektrisch fahren. Eine Anwendung ist beispielsweise in Fußgängerzonen sinnvoll.

Natürlich haben die Batterien gegenüber den im MAN-Hybrid eingesetzten Supercap-Kondensatoren den Nachteil einer geringeren Lebensdauer. Dafür bieten sie eine deutlich höhere Kapazität. Nur 30 % davon werden im normalen Betrieb genutzt, zusätzlich sorgt eine Flüssigkeitskühlung für eine lange Lebensdauer. Mercedes-Benz will damit den leistungsfähigen, aber empfindlicheren Lithium-Ionen-Batterien des Citaro G BlueTec zu einer Einsatzzeit von sechs Jahren verhelfen.

Innenraum des Wagen 5400

Innenraum des Wagen 5400 (Bild: Daniel Schuhmann)

Bei der Pressefahrt konnte der Bus mit fast lautlosem Betrieb beeindrucken, beim Anfahren war zudem kaum ein Rucken auszumachen. Auch von außen ist der Bus sehr leise, nur das Rollgeräusch ist bei rein elektrischer Fahrt auszumachen.

Der Hybridbus fährt über den Gärtnerplatz

Der Hybridbus fährt über den Gärtnerplatz (Bild: Daniel Schuhmann)

Zwanzig Prozent Kraftstoff will Mercedes-Benz mit dem Hybrid einsparen. Hier darf man gespannt sein: Die Schwestermodelle von Solaris und MAN blieben beide hinter den Erwartungen zurück. Hierbei darf natürlich nicht vergessen werden, dass es sich bei allen Bussen um Erprobungsträger handelt. Die Mehrkosten gegenüber einem normalen Bus (je nach Modell zwischen 50 % und 120 %) werden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen des Programms »Elektromobilität in Modellregionen« (Region München) finanziert. Nicht unerwähnt bleiben soll hier, dass die Münchner Straßenbahn bereits seit weit über 100 Jahren Elektromobilität bietet.

Bewährt: Das Cockpit des neuen Busses

Bewährt: Das Cockpit des neuen Busses (Bild: Daniel Schuhmann)

Der Fahrgasteinsatz war ursprünglich bereits für den 13. April geplant, könnte sich aber aufgrund von Fahrerschulungen um etwa eine Woche verzögern. Der Einsatz erfolgt gemeinsam mit dem Solaris-Hybridbus auf der Linie 52 zwischen Marienplatz und Tierpark (Alemannenstraße).

Am Marienplatz vor der Kulisse des Neuen Rathauses

Am Marienplatz vor der Kulisse des Neuen Rathauses (Bild: Daniel Schuhmann)


5 Kommentare zu “MVG stellt dritten Hybrid-Bus vor”

  1. Andi Mayer sagt:

    cool 🙂 Kann man eigentlich das umstellen zwischen Hybrid und Normal?

  2. Max_k sagt:

    Sehr interessant. Danke für den Bericht! Erstaunt bin ich, dass der Hybrid MAN ebenfalls wie der von Solaris nicht die Anforderungen erfüllt hat. Gibt es dazu genaueres?

  3. Daniel Schuhmann sagt:

    Nein, der Antrieb funktioniert nur rein elektrisch.

  4. Maximilian Helfst sagt:

    End geil der Karn, bloß warum 5400?

  5. b. sauer sagt:

    Der Hybridbus vermittelt den Eindruck, dass die Entwickler aus dem Mercedes-Benz Bus-Bereich anscheinend ein sehr überzeugendes Stück Arbeit abgeliefert haben. Man darf auf die Praxiserfahrungen der Münchner gespannt sein.

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