Die stille Röhre

Bilder, Fahrplan, Betrieb Von: Daniel Schuhmann

Um kurz vor 20 Uhr ist es so weit: Die letzte S-Bahn rollt durch den Stammstreckentunnel. Gitter werden vor die Eingänge gestellt, der S-Bahn-Verkehr ruht. Bis Montag ist es still auf der Stammstrecke, stattdessen übernehmen U-Bahnen und Trambahnen sowie Busse im Schienenersatzverkehr die Fahrgäste.

Menschenleere Bahnsteige sind auf der Stammstrecke selten, insbesondere um 20 Uhr abends. Die Sperrung macht solche seltenen Bilder möglich.

Menschenleere Bahnsteige sind auf der Stammstrecke selten, insbesondere um 20 Uhr abends. Die Sperrung macht solche seltenen Bilder möglich. (Bild: Daniel Schuhmann)

Viele Reisende waren bereits informiert, doch einige traf die Sperrung der Stammstrecke eiskalt. Dennoch: Umfahrungsmöglichkeiten gibt es reichlich, so dass nur wenige auf den Schienenersatzverkehr zurückgreifen mussten. Schließlich ist letzterer mit einer Fahrzeit von 53 Minuten kaum konkurrenzfähig zu den anderen Verkehrsmitteln.

Die Gründe bekommt der SEV-willige Fahrgast spätestens an der Oberfläche zu spüren: Kein Bus weit und breit. Erst nach einer geraumen Zeit schiebt sich eine Buskolonne an die Haltestellen heran. Negativ wirken sich auch falsche Beschriftungen an den SEV-Haltestellen aus, welche die Fahrgäste zunächst fehlleiten. Ganz alleingelassen sind die Fahrgäste freilich nicht: Servicekräfte stehen an allen Bahnhöfen bereit und beraten die Reisenden. Aber wer sich vorher einen alternativen Reiseweg zusammengestellt hat, kann indessen schon am Ziel angekommen sein…

Die Ruhe vor dem Sturm: Die Absperrungen stehen schon seit Tagen bereit

Die Ruhe vor dem Sturm: Die Absperrungen stehen schon seit Tagen bereit (Bild: Daniel Schuhmann)

Die S2 nach Erding ist die letzte — in 258 Minuten wird kein Zug kommen. Kurz danach werden die Anzeiger außer Betrieb genommen.

Die S2 nach Erding ist die letzte — in 258 Minuten wird kein Zug kommen. Kurz danach werden die Anzeiger außer Betrieb genommen. (Bild: Daniel Schuhmann)

Nichts geht mehr: Der Bahnhof wird abgesperrt.

Nichts geht mehr: Der Bahnhof wird abgesperrt. (Bild: Daniel Schuhmann)


6 Kommentare zu “Die stille Röhre”

  1. Don Martino sagt:

    Ach ja, hätte man den Südbahnhof nicht geschleift und demontiert, hätte man jetzt einen schönen Bahnhof nahe am Zentrum – mit Anschluß an die U-Bahn (Poccistraße).

    Dieser Notbetrieb mit der S8-Südumfahrung ist eigentlich der Beweis, daß man wenigstens eine S-Bahn-Linie von West nach Ost über diese schöne und zweckmäßige Strecke leiten könnte. Ohne zweiten Tunnel…also praktisch fast kostenlos.

  2. Dominik H. sagt:

    Ich bin Nachts mim SEV gefahren und es war auch schön mit nem Reisebus in München rum zu fahren und dabei halb zu Dösen.

  3. Taschenschieber sagt:

    53 Minuten für MOP – MH planmäßig? Oder wie jetzt?

  4. Daniel Schuhmann sagt:

    Ja, 53 Minuten planmäßig. Die tatsächliche Fahrzeit dürfte zumindest tagsüber weit darüber liegen.

  5. P-fan sagt:

    @ Taschenschieber, ich weiß ja nicht, was „MH“ heißt, aber die Planfahrzeit von 53 Minuten bezieht sich jedenfalls auf Obf-Pasing.

  6. Samuel Muth sagt:

    MH bedeutet München Hauptbahnhof, wir waren jetzt aber auch von der Gesamtstrecke ausgegangen.

© 2008 - 2015 Tramgeschichten, Impressum, Theme & Icons von N.Design Studio und Freepik
Artikel RSS Kommentare RSS Anmelden