Zwei Jahre hat es gedauert, doch die Arbeit hat sich gelohnt: Nürnberg verfügt mit dem Beiwagen 336 über einen weiteren Museumsstraßenbahnwagen, der eine große Lücke schließt. Denn während mit den Wagen 204 (Baujahr 1904) und 701 (Baujahr 1913) zwei fahrfähige Triebwagen aufgehoben werden konnten, wurden die dazugehörigen Beiwagen meist verschrottet.
Der Grund ist denkbar einfach: Ausgediente Triebwagen werden meist zu Arbeitswagen umgebaut und so noch viele Jahre im Betrieb eingesetzt. Die nicht motorisierten Beiwagen wurden jedoch nach der Ausmusterung kaum benötigt.
Glücklicherweise ist ein Untergestell eines solchen Beiwagens in Form einer Arbeitslore erhalten geblieben. Bereits Mitte der 1980er Jahre formte sich der Gedanke, dieses Fahrgestell für eine Rekonstruktion heranzuziehen. Doch sollten noch viele weitere Jahre vergehen, bis das Projekt in die Tat umgesetzt werden konnte.
Ein Meilenstein war die Wiederinbetriebnahme des Triebwagens 204 im Jahr 2003, der gerade 99 Jahre alt wurde. Durch Spendengelder und über 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden konnte er wieder in den Zustand von 1904 zurückversetzt werden. Doch ausreichende Kapazitäten für die Restaurierung des Beiwagens waren weder im historischen Straßenbahndepot, noch bei der VAG vorhanden. Hier erklärten sich die Verkehrsbetriebe der Partnerstadt Krakau bereit, den Wiederaufbau durchzuführen. Schon einmal haben diese einen Nürnberger Wagen originalgetreu restauriert: Der Wagen 144, der im Jahr 1941 nach Krakau verkauft wurde, ist heute ein Schmuckstück der Nürnberger Sammlung.
Eine Bildergalerie vom Aufbau und der Restaurierung des Wagens ist auf der Webseite zum Beiwagen 336 der Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e.V. zu finden. Die Finanzierung erfolgte mit Spendengeldern.
Seit dem 6. Juni 2012 ist der Wagen wieder in Nürnberg. Nach einer Pressevorstellung wurde der Wagen heute erstmals im Rahmen eines Öffnungstags des Straßenbahnmuseums St. Peter der Öffentlichkeit präsentiert. Auch am Sonntag ist das Museum geöffnet und der Wagen kann besichtigt werden.
Im Fahrbetrieb eingesetzt wird er derzeit noch nicht. Er hat zwar schon eine Zulassung erhalten, benötigt aber noch neue Radbandagen, bevor er freizügig im Netz eingesetzt werden kann.











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