Im Jahr 1974 konnte man im Münchner Trambahnnetz noch einige Besonderheiten ablichten: Zwar wurden die letzten Heidelberger Züge ein Jahr zuvor abgestellt, hinter M-Wagen konnte man aber noch die letzten i-Beiwagen erwischen. Die beiden P-Prototypen waren noch mit Zierleiste im Einsatz und auch die weit über die Grenzen Münchens bekannte Linie 8 fuhr noch ihre Runden zwischen Fürstenried und dem Scheidplatz.

Der P2-Prototypzug 2001/3001 erreicht den Karlsplatz/Stachus, seine Zierleiste hat er noch nicht verloren (Bild: Kurt Rasmussen)
Kurt Rasmussen aus Dänemark besuchte vor genau 38 Jahren die bayrische Landeshauptstadt, in welcher er den Trambahn-Alltag fotografierte. Dass die Bilder heute Raritäten zeigen, konnte er nicht ahnen.

Am Cosimapark wartet M3 2350 auf das Ende der Wendezeit, um sich wieder auf den Weg in die Stadt zu machen. Der M4-Zug der Linie 9 ist soeben erst angekommen (Bild: Kurt Rasmussen)

M4 2496 hat gerade den Gondrellplatz erreicht, das Zielschild wurde bereits auf die neue Richtung geändert. M4 2486 verlässt im selben Moment das heute nicht mehr existente Überholgleis als Einrückfahrt in den Bahnhof 3 (Bild: Kurt Rasmussen)

M4 2455 hat es nicht mehr weit, bis er seine stadtseitige Endstation, den Maximiliansplatz, erreicht hat (Bild: Kurt Rasmussen)

M5 2620 ist auf der Linie 7 Kurs 5 eingeteilt, sein Beiwagen hört auf die Nummer 3519 (Bild: Kurt Rasmussen)

M4 2475 lässt noch einen P-Zug der Linie 8 passieren, bevor er weiter Richtung Hauptbahnhof rollt (Bild: Kurt Rasmussen)
Wir danken Kurt Rasmussen, diese besonderen Bilddokumente zeigen zu dürfen.






18. August 2012 um 08:10 Uhr
Das Aufnahmedatum war ein Samstag, wie an der grünen Rückseite der Wagenfahrpläne unschwer zu erkennen.
Wagen 2602 auf dem achten Foto hat an diesem Tag eine ungerade Anzahl von Fahrten und rückt danach in einen anderen Betriebshof ein, weshalb er eine zweite Kurstafel mitführt, die am unteren Fensterrand erkennbar ist.
18. August 2012 um 08:32 Uhr
Schöne Bilder. Danke.
18. August 2012 um 12:30 Uhr
wahnsinnig schöne Bilder, stimmen aber auch irgendwie traurig. Muß eine schöne (Trambahn)Zeit gewesen sein….damals….
18. August 2012 um 15:47 Uhr
oh ja da kommen kindheitserinnerungen auf. am stachus um hbf bekam mich meine mutter fast nie weg. starßenbahn straßenbahn!!! an einige linien kann ich mich schon nicht mehr erinnern. zb die 2!
aber man beachte nciht nur die M wagen sondern auch mal die autos von damals. ok käfer ist klar! tolle aufnahmen.
19. August 2012 um 15:28 Uhr
Superduper ohne ende !!!
dankescheen!!!!
19. August 2012 um 17:41 Uhr
War wirklich eine super schöne Trambahnzeit damals, kann ich als geb.Münchner (Jg.´51) nur bestätigen. Tolle Fotos !!! Vielleicht schlummern in anderen Privatarchiven noch weitere viele so schöne Bilder ?
20. August 2012 um 10:24 Uhr
Hochinteressante wunderschöne Aufnahmen, gerade Aufnahmen vom Cosimapark sind sehr rar.
Noch eine kleine Korrektur:
Die SL 8 fuhr schon seit Mai 1972 nicht mehr ins Hasenbergl, sondern nur noch die Strecke Fürstenried – Scheidplatz, somit ebenfalls zum Zeitpunkt der Aufnahmen.
20. August 2012 um 15:39 Uhr
Will ja nicht rumnölen über die coolen Bilder, aaaber der grüne Sonntagsfahrplan ist vom Samstag… FR=gelb, SA=grün, SO/FT=rot. Und die ungerade Anzahl von Fahrten ist auch Unsinn!
Das waren Umsteigerkurse, die vom (2) zum (3) und umgekehrt wechselten, weil der Zweier keine Unterflurdrehbank hatte. Deshalb hatten beide Kurse auch die Ausrüstung für beide Kurse mitzuführen. Die letzten Kurse, bei denen das praktiziert wurde, waren SL 19 und 27.
20. August 2012 um 15:51 Uhr
Wenn ich mich recht erinnere, war das 1991 zum letzten mal der Fall. Ich habe es gehaßt! Ausrücken mit 2608/3507, einmal Steinhausen und am MWP kam dann der Umsteiger, 2408/3406 oder so eine ähnliche Wanderdüne… Am 19er war es weniger lästig, da kam i.d.R. ein P/p für einen P/p, außer am WE/FT da kam dann das obige System zum Tragen.
20. August 2012 um 21:45 Uhr
Richtig, und Ferien = blau. Habe NICHT behauptet, dass Sonntag=grün wäre! Und das mit der ungeraden Fahrtenzahl bei Umsteigerkursen ist kein Unsinn, Beispiel Sommerfahrplan 1981, Linie 14 Montag-Donnerstag Kurs 3: Ausrücken vom Btf. 2, erste Fahrt ab SVS 6.18 Uhr, nach neuneinhalb Runden oder 19 Fahrten einrücken vom GON 1.21 Uhr zum Btf. 3.
20. August 2012 um 21:54 Uhr
Der “Gegenspieler” ist Kurs 5, er beginnt am GON um 5.29 Uhr und endet um 0.35 Uhr an der SVS, nachdem er ebenfalls 19 Fahrten oder neuneinhalb Runden hinter sich gebracht hat. Er wechselt, wie Kurs 3, ebenfalls die Betriebshöfe, da nach seiner letzten Fahrt Betriebsschluss ist und der “andere” Betriebshof halt auf kürzerem Weg zu erreichen ist.
20. August 2012 um 22:07 Uhr
Das gleiche “Spiel” gab es bei den Kursen 9 und 14, sowie 20 und 22. Diese Kurse wurden niemals mit P/p besetzt, sondern immer mit M/m. Nachzulesen in den originalen Umlaufplänen im Archiv des FMTM.
Warum aber die Fahrer dieser Kurse bei der ersten Begegnung die Fahrzeuge tauschen mussten, ist mir bis heute ein Rätsel. Diese Aktion geschah meistens auf freier Strecke, oft auch im Hochgleis, und bei jedem Wetter! Wenn einer der Wagen dabei eine Haltestelle fast erreicht hatte, wurde die offene Tür von Fahrgästen kurzerhand zum Aussteigen genutzt.
20. August 2012 um 22:49 Uhr
Lines, stimmt natürlich.
21. August 2012 um 16:44 Uhr
Alsdann, die Anzahl der Fahrten hatte damit nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es ging nur um die nicht vorhandene Drehbank im (3). Und die erste Gelegenheit wurde deshalb genutzt, weil der Kurs nominell zum anderen Bahnhof gehörte und im Falle eines Wagentausches, aus welchem Grund auch immer, dann der falsche Zug im falschen Bahnhof gewesen wäre.
“”Das Aufnahmedatum war ein Samstag, wie an der grünen Rückseite der Wagenfahrpläne unschwer zu erkennen.”" Achja?
21. August 2012 um 19:19 Uhr
Achja? Naund? Könnte natürlich auch Silvester oder Hl. Abend gewesen sein, denn da gilt bekanntlich auch Samstagsfahrplan, aber da hätten die Bäume wohl nicht mitgespielt …
Die Sache mit der Drehbank will ich ja garnicht bestreiten, wieviel Züge hatte man denn pro Tag (auch Wochenende?), die aus diesem Grund in den anderen Betriebshof mussten?
Was die Anzahl der Fahrten betrifft, so könnte man sich evtl. darauf einigen, dass bei dem Szenario der Umsteigerkurse halt zwangsläufig eine ungerade Zahl als “Nebenwirkung” zustande kommt. Und wenn nicht (die Einigung), dann ist es mir auch egal.
25. August 2012 um 21:02 Uhr
daumen hoch! mh da erfährt man so einige interessante betriebsabläufe. ich war aber der meinung, das wegen der drehbank im 2 nach bedarf bzw. nach schwere der flachstelle die kurse getauscht wurden. das das in doch einer regelmäßigkeit passierte war mir nicht bewußt.
1. September 2012 um 18:51 Uhr
Richtige schöne Zeit, die leider nie wieder kommt.Da werden Erinnerungen wach. Vieleicht gibt es noch einen Nachschlag. Ich würde mich auf jeden Fall freuen.
2. September 2012 um 23:24 Uhr
Die Umsteigerkurse waren jeweils für eine gesamte Fahrplanperiode festgelegt. Die Linie 14 hatte damals (wie einige andere Linien auch) einen extra Freitags-Fahrplan. Die nachmittäglichen Verdichtungszeiten lagen hier so ungünstig, dass es deutlich mehr Umsteigerkurse gab als Montag-Donnerstag.
Meist wurde dies dadurch teilweise “entschärft”, dass man zwischen ca. 18-20 Uhr die Wendezeiten einzelner Kurse entweder extrem verlängerte oder häufiger extrem verkürzte, um möglichst viele Kurse dann einrücken zu lassen, wenn sie in der Nähe desjenigen Betriebshofes waren, aus dem sie morgens ausgerückt waren.
Zeitweise ließ man sogar nachmittags Kurse z. B. am Haidenauplatz EINwärts einsetzen, um dieses Problem zu lösen, denn nachmittags durfte es keine Umsteigerkurse geben.