Verbannung vom Marienplatz

Bilder, Bus, Fahrplan, Betrieb Von: Jonas Hausdorf

Seit vergangenem Montag, den 15. Februar, dürfen sämtliche Verkehrsteilnehmer, bis auf die Fußgänger natürlich, den Münchner Marienplatz nicht mehr überqueren. Dazu gehören Radfahrer, Taxen und selbstverständlich auch die Busse der Linie 52 und 132.

5421 wartet am Marienplatz auf Fahrgäste

Ein Solaris-Gelenkbus 5421 wartet am Marienplatz auf Fahrgäste. Inzwischen ist dieses Bild historisch. (Bild: Jonas Hausdorf)

Nach langen Diskussionen im Stadtrat zwischen der Opposition, den Vertretern der MVG, der Taxi-Innung und der Rathaus-Koalition SPD/CSU wurde Mitte November 2015 die Aussperrung von Rädern, Taxen und Bussen auf dem Marienplatz beschlossen. Vordergründiges Ziel war es, den Fußgängern eine bessere Aufenthaltsqualität auf dem belebten Platz zu gönnen, ohne dabei auf den Verkehr vom Rindermarkt/Dienerstraße achten zu müssen.
Zusätzlich ergänzt der CSU-Fraktionschef Hans Poduik, dass an dieser Stelle die schwächste und zahlenmäßig vorherrschende Mobilitätsgruppe vor dem Verkehrschaos geschützt werden müsse.

MB Citaro Hybrid am Marienplatz

Gerne wird der Marienplatz auch für Buspräsentationen genutzt, wie hier für den Hybridbus von Mercedes-Benz. Im Hintergrund das Hugendubelhaus, dass saniert wird. (Bild: Johannes Schumm)

Beschleunigt wurden die geplanten Maßnahmen durch die Tatsache, dass ab Februar 2016 das Hugendubelhaus am Marienplatz einer Generalsanierung unterzogen wird. Dadurch ist die Durchfahrt an der Peterskirche vom Oberanger kommend durch Container und Kräne bereits so verengt, dass nicht genügend Platz wäre für Busse und Taxen neben den vielen vorherrschenden Fußgängern.

um in kürze die Endhaltestelle Marienplatz zu erreichen.

Der Hybridbus 5400 biegt am Viktualienmarkt Richtung Marienplatz ab. Zukünftig fährt hier nur die Linie 62. (Bild: Marian H.)

Diese Maßnahmen, vor allem die Umleitung der Busse, stoßen bei den betreffenden Bezirksausschüssen sauer auf. Sie plädieren dafür, die Route wenigstens für Busse freizuhalten. Auch wird ein Verkehrschaos auf der Umleitungsroute am Viktualienmarkt befürchtet. Auch die MVG und die Taxi-Innung sprachen sich für eine Beibehaltung ihrer Plätze auf dem Marienplatz aus. Die Haltestelle gehöre schließlich zu den wichtigsten Umsteigepunkten im Busnetz, so ein MVG-Sprecher. Die Taxibranche plant inzwischen einen Eilantrag gegen die Aussperrung am Verwaltungsgericht in München.

MVG Solaris Urbino 12 (4201) Solo am Viktualienmarkt

Auch die Linie 132 wird sich zukünftig einen anderen Weg durch die Innenstadt bahnen müssen. Hier befährt der Solarisbus die Kustermannfahrbahn am Viktualienmarkt. (Bild: Marian H.)

Trotzdem werden die Radfahrer erstmals mit einer Umleitung über die sogenannte „Kustermannfahrbahn“ (Routenverlauf) am Viktualienmarkt Vorlieb nehmen müssen. Alternative Standplätze für die Taxen befinden sich hingegen sehr nah im Tal und in der angrenzenden Dienerstraße.

Die Linie 52 endet wegen des CSDs ausnahmsweise am Isartor.

Möglicher neuer Endpunkt für die Linie 52? Auch eine Führung zum Isartor wäre denkbar. Diese Variante wurde schon mal als Umleitung beim CSD 2014 gewählt. (Bild: Jonas Hausdorf)

Die Metrobuslinie 52 wendet vorerst an der Hauptfeuerwache am Sendlinger Tor, während die Linie 132 ihre frühere Endhaltestelle, das Isartor, anfährt. Die aktuelle Variante ist aber noch nicht final, daher sind dort Änderungen zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Die Tramgeschichten zeigen zum Abschluss paar Impressionen vom Busverkehr in der Innenstadt:

Solaris Urbino 18 5429 in der Prälat-Zistl-Straße

Solaris Urbino 18 5429 in der Prälat-Zistl-Straße (Bild: Jonas Hausdorf)

Neben dem neuen gibt auch das alte Rathaus ein hervorragendes Motiv ab

Lion’s City Hybridbus 4200 vor dem alten Münchner Rathaus, wo zukünftig nur Fußgänger unten durchgehen. (Bild: Daniel Schuhmann)

MAN Lion's City wendet am Viktualienmarkt

MAN Lion's City wendet am Viktualienmarkt (Bild: Jonas Hausdorf)

Der Solaris Hybridbus dreht noch fleißig seine Runden auf der Linie 52. Hier an der Haltestelle Blumenstraße

Der Solaris Hybridbus dreht noch fleißig seine Runden auf der Linie 52. Hier an der Haltestelle Blumenstraße (Bild: Jonas Hausdorf)

Volvo 7900 am Viktualienmarkt

Volvo 7900 am Viktualienmarkt (Bild: Johannes Schumm)


9 Kommentare zu “Verbannung vom Marienplatz”

  1. Pierre der Öffifahrer sagt:

    Naja, die Radler auszusperren finde ich schon richtig, und die Taxis auch. Aber die Busse, da haben die schon Recht, die sagen, dass der Marienplatz nun mal ein großer Knotenpunkt der Öffis ist!

  2. Karl-Heinz Opp sagt:

    Ich verstehe nicht, weshalb die Linie 132 jetzt nur noch bis Isartor fährt. Sie könnte doch bis Viktualienmarkt weiterfahren, Haltezeit an der Haltestelle „Viktualienmarkt“ (ehem. Haltestelle der Linie 52) nehmen und dann über die Frauenstr. zurückfahren, so wie schon häufig praktiziert (z. B. während des Weihnachtsmarktes auf dem Marienplatz)!

  3. Taggy sagt:

    Ich hoffe der Bus kehrt zum Marienplatz zurück. Wo steht eigentlich geschrieben, dass Busse nicht in Fußgängerzonen fahren dürfen?
    Hat die neue Rathauskoalition überhaupt was für den ÖPNV gemacht?

  4. der-w-aus-m sagt:

    wozu hat man die Haltestellen im Tal behindertengerecht ausgebaut, wenn jetzt kein Bus mehr fahren soll, ich bin dafür daß der 52er über Viktualienmarkt fährt, dann eine Haltestelle gegenüber der Kirche kriegt, über Tal und Frauenstraße zurückfährt, und der 132er andersrum

  5. 19er sagt:

    @Taggy
    Ausser bremsen, bis jetzt nnoch nichts. Siehe Westtangente.

  6. Rob sagt:

    „die Radler auszusperren finde ich schon richtig, und die Taxis auch“ – lass mich raten: du hast kein Rad und fährst kaum mit dem Taxi, aber dafür öfter mit dem Bus? Dann kannst du den Herrn Reiter und Schmid die Hand reichen, die haben auch kein Verständnis für die Radler. Die Verbindung über den Marienplatz war bisher die einzige Nord-Süd-Verbindung durch die Innenstadt für Radler, jetzt wird sie gekappt, ohne dass ein gleichwertiger Ersatz geschaffen wird. Murks nennt man das! Und wieso muss man eigentlich ständig die Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen?! Noch nie was von Shared Space gehört (https://de.wikipedia.org/wiki/Shared_Space)?! Das wäre mal fortschrittlich gewesen. Stattdessen macht man (unfreiwillig?) Symbolpolitik: da wo vor drei Jahren noch das Logo der „Radlhauptstadt München“ auf den Asphalt gepinselt wurde (siehe http://www.radlhauptstadt.muenchen.de/radlhauptstadt-news/details/article/muenchen-radeln/), dürfen jetzt keine Radler mehr drüberfahren. Da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln…

  7. Taggy sagt:

    Ich hätte auch kein Problem, wenn da die Radfahrer weiterhin fahren dürfen…

  8. ubahnwagen sagt:

    das mit den bussen ist eine frechheit!! aber egal das ist eben so!!!

  9. Taggy sagt:

    Wer es hinnimmt ist selber Schuld und muss sich nicht wundern wenn es noch weiter so geht.

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